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tz. 146. Künstliche Blumen und Früchte.
Paris und Regent Street London, sowie von Frau Emma Fürstenhoff, Paris ,hervorgehoben zu werde». N»r wenige Besucher der Ausstellung werden die geschmack-vollen Schränke Constantin's in der den Ausländern zugetheilten Seite des Schiffsvergessen. Das Innere, mit einer Auswahl der prachtvollste» Blumen aller Zonenin bunter Gruppirung erfüllt, das Acußere, mit einer Profusion der schönsten Schling-pflanzen bedeckt, welche sich von den Säulen bis zur ornamentalen Bedachung cmpor-wande» , glich vielmehr einem reizende» Konservatorium voll lebender Pflanzen, alsdem Schaufenster eines Fabrikanten, in welchem die todten Nachbildungen derselbe»Platz gefunden hatte». Die Farben in ihren endlosen Abschattungcn und die halbeDurchsichtigkeit der Blumenblätter und der eigenthümliche weiche sammctartige Flaum,der viele derselben bedeckte, die Gestalt derselbe», ihr Abstand von einander, Formund Zahl der kleinsten Staubfäden, die mannigfaltigen Farbcntinten der verschiede-nen Laubartc», die Struktur und die Biegsamkeit der Stengel und die vielfachenVerästelungen der Wurzel, mit einem Worte, die Gesammtheit der Eigenschaften,welche die Physiognomie einer Pflanze bestimme», waren mit einer Naturtrene wie-dergegeben, welche den geübten Botaniker zu täuschen vermochte. Selbst das Mikro-skop suchte vergebens, Mängel an diesen Produktionen aufzufinden. Die von Eon-stantin ausgestellten künstlichen Pflanzen kamen in der That den Originalen sonahe, daß sich in einigen Fällen bei der Benrtheilungs-Kommissiou Zweifel erhoben,ob sie natürliche Eremplare oder Kunstprodukte vor sich habe, bis der Ausstellerdurch das Zerpflücken der Pflanzen den Beweis lieferte, daß hier keine Täuschungobwaltete.
Dabei hat uns Constantiu die Pflanzen i» ihren verschiedenste» Lebensstadiendargestellt. Der Keim, der eben den Boden durchbricht, der schwache Schößling unddie vollendete Pflanze, die geschloßne Knospe, die aufbrechende Blüthe, die überreifeBlume, deren Blätter z» fallen beginnen, die entblätterte Fruchtkapsel und selbst diehalb verwelkten Blätter, welche auf dem Boden zerstreut liegen, find mit gleichemGlücke wiedergegeben. Sogar die Darstellung zufälliger Verletzungen, geknickterStengel, halb abgerissener Zweige und dergleichen ist dem NachbildungS-TalenteConstautin'S nicht zu schwer gewesen. Die Coustantinsche Ausstellung umfaßtüberdies eine weit reichere Mannigfaltigkeit verschiedener Pflanzengattmigen, als dieEnglischen Sammlnngen von Wachsblumen. Das Material der Franzosen ist inder That einer viel weiteren Anwendung fähig. Die seltensten Pflanzen standen inbunter Abwechslung mit den gewöhnlichsten Zierblumen unserer Gärten und denAltagsblumen des Feldes. Wenn einige Pflanzen einzeln angeführt werden sollen,so verdienen vielleicht folgende besonders hervorgehoben zu werden. Drei Gattungender tropischen Wasserlilie tk^vinpliaea vorsieolor, aus Bengalen stammend, ?l. I.otus,die gewöhnliche LotuSblnme, welche auf allen Aegyptischen Denkmalen dargestellt ist,14. nitilla) und 4.)»inacliaris Huiubolsttii, eine andere aus Buenos-AyreS stammendeWasserpflanze mit prachtvoll gelben Blumen, ferner kkalacnopsis amabilis und?L8sillara quastranAiilaris, welche auch von der Familie Mintern in Wachs dar-gestellt waren; die seltsam gestaltete -Pri8tolocl>ia; die Riesendistel, Onoporston ara-bicum; tF'perus I'->p)rns, die PapyruSstaude, deren in dünne Scheiben gespaltenesMark den Alten bekanntlich als Papier diente; Hibi8c»8 8pleosten5 mit der riesen-haften Blüthe von leichter Roseusarbe, sowie eine reiche Auswahl anderer seltenerPflanzen. Von den gewöhnlicheren Zierpflanzen nennen wir die weiße Magnolie,eine Reihe von Kamelien, weißen Lilien, Päonien, Sonnenblumen — besondereErwähnung verdient das halbverwelkte Eremvlar mit herabhängenden Blättern undtheilweise ausgefallenen Samcnkcrnen — Fuchsschwanz, Fuchsien, verschiedene Rosen-arten, Winden und in Samen stehender Löwenzahn, letzterer wohl einer der schwie-rigsten Gegenstände für den Künstler. Sogar gewöhnliches Gras, Klee und Wasser-kresse fehlten nicht. Die genannten Pflanzen waren sämmtlich in dem großen Schranke
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