596 XXIX. Klasse. Verschiedene Fabrikate und kurze Waaren.
des östlichen Schiffe« enthalten; Cvnstantin hatte aber noch eine zweite Samm-lung in der südlichen Galerie ausgestellt, wo sich auch die übrigen Einsendungender Französischen Blumen-Industrie befanden. Diese zweite Sammlung stellte mehrdie eigentlichen Artikel für den Markt dar. In ihrer Anfertigung ist natürlich dasbotanische Detail weniger berücksichtigt worden, indem mehr dem Totaleindruck Rechnnng getragen werden mußte, weshalb auf die harmonische Anordnung der einzelnenBlumen zu geschmackvollen Kränzen und Bouguets besondere Sorgfalt verwendet ist.Die beiden Sammlungen zeichnen sich überdies durch seltne Dauerhaftigkeit aus.Ganz zerknitterte Eremplar« gewinnen in kunstgeübter Hand nach einigen Augen-blicken ihre ursprüngliche Form und Frische wieder, eine Eigenschaft, welche natür-lich den Werth beträchtlich erhöht.
Cvnstantin wurde die große Medaille zuerkannt, sowohl für die Vollkommenheit seiner Leistungen, als auch für die mannigfaltigen Verbesserungen, welche er inder Fabrikation künstlicher Blumen eingeführt hat.
Den Constantinschen Produktionen am nächsten kommend find die Blumender Frau Emma Fürsten hoff, welche sich ebenfalls durch seltene Naturtreueauszeichnen. Die AuSstellerin empfiehlt ihre Blume» als geeignet, das Studiumder Botanik zu erleichtern, allein zu diesem Zwecke ist die Auswahl nicht sehr glück-lich getroffen, indem uns die Künstlerin vorzugsweise Pflanzen von sehr untergeord-netem botanischen Interesse, namentlich gefüllte Varietäten, vorführt. Ohne daherden botanischen Verdiensten der Frau Fürstenhoff zu nahe treten zu wollen, glau-ben wir doch, daß sie sich mit größerem Erfolge auf dem Gebiete der oruamentaleuBlumenfabrikation bewegt. Die AuSstellerin erhielt die Preismedaille.
Die hohe Vollendung, wie sie uns in den Leistungen Constantin's und derFrau Fürstenhoff entgegentritt, konnte nicht ohne Einfluß auf den Betrieb derFranzösischen Blumen-Industrie im Allgemeinen bleiben. Produktionen, wie diegenannten und ähnliche in den Französischen Ausstellungen den Fabrikanten perio-denweise vorgeführt, mußten bei denselben eine wohlthätige Rivalität erwecken, welchefür die Entfaltung dieses Industriezweiges von den glücklichsten Folgen war. Fastin sämmtlichen Einsendungen ließ sich dieser Einfluß erkennen, welcher sich vorzugs-weise in einem treuen Festhalten an den Formen der Natur kund giebt. Im klebri-gen besteht das Auszeichnende des Pariser Monteurs in dem ausgesuchten Geschmack,mit welchem er die Blumen zum Kranze, zum Strauße oder zur Guirlande ordnet.Dies ist eine Kunst, welche angeboren sein muß und sich durch Studium nur schwie-rig aneignen läßt. Einzelne der Pariser Häuser erzelliren in derselben in einemsolchen Grade, daß dieselben Blumen, von einem Hause geordnet, den doppeltenPreis habe», der einem andern dafür gezahlt wird. Selbst geringere Blumensortcnwerden durch die Gruppirung den kunstreicheren Produkten fast gleichbedeutend, unddie Pariser Monteurs wissen recht gut, daß das schöne Geschlecht zumeist der bota-nischen Korrektheit eines Blumenkranzes nur wenig Aufmerksamkeit schenkt, daß viel-mehr die kunstgerechte Vertheilung der Blüthen und Blätter und die richtige Aus-wahl für einen bestimmten Zweck und eine gegebene Individualität die Haupt-sache ist.
Außer Frau Fürstenhoff haben noch sechs Französische BlumenausstellerPreismedaillen erhalten. Die Namen derselben sind:
A. Chagot sen., Paris , künstliche Blume», Bouguets und Federn wohlfeilererArt, besonders für die Ausfuhr bestimmt.
E. Harand, Paris , Ausstellung ganz ähnlicher Art.
Perrot, Petit und Comp., Paris , künstliche Blumen von Battist und Federn.BouguetS und Kränze, höchst geschmackvolle Sammlung der Artikel ersten Ranges.
Tilman, Paris, eine der schönsten Französischen Ausstellungen von großerVollständigkeit, welche sowohl die besten, als auch die wohlfeileren Artikel einschließt.