Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
605
JPEG-Download
 

605

tz. 147. Kraftspiele und Spiclwciaren.

Sorgfalt geschnitzten und künstlich ausgearbeiteten diminutiven Möbelinodcllen undmancherlei Nippsachen, wohl mehr zur Verzierung auf Sekretairc »nd dergl., alszum Spielwerk für Kinder geeignet. Ferner enthielt diese Sammlung außer ver-schiedenen Kinderspielsachen. als: Klappern, Preis 40 Kr. das Stück, »nd dergleichen,noch Regenschirm- und Stockgriffe. Letztere Artikel waren meist vorzüglich geschnitzt;wir erwähnen besonders einen, welcher Bären, an einem Pfahl hinaufkletternd, dar-stellt, dessen Preis auf >3 Fl. angegeben ist. Endlich waren noch verschiedene kleineArtikel, als: Damenbrvchen, Kästchen mit Pfriemen und Häkelnadeln ». s. w. ausge-stellt. Sämmtliche Gegenstände waren gut gearbeitet »nd die geforderten Preise billig.

Oesterreich.

Die Oesterreichische Spielwaarcn-Jndustrie war in der Ausstellung äußerst Vor-theilhaft »nd namentlich durch sehr reichhaltige Einsendungen vertreten. Zwei Aus-steller waren aus Wien , von denen der Eine Automaten-Spiclwaaren in großerAuswahl, der Andere eine umfassende Sammlung hauptsächlich von militairischenRequisiten, als: Kinderflinten und Säbel ». s. w. geliefert hatte. Aus Böhmen sahen wir zahlreiche Schachteln mit den mannigfaltigsten Kinderspielsachen aufgesta-pelt, welche in dortiger Gegend bekanntlich eine wichtige Industrie ausmachen undin großer Menge erporlirt werden. Aus Tyrol hatte I. B. Bürger eine großeAnzahl der bekannten, aus weißem Holze geschnitzten Spielwaaren geliefert, welche,was gute Arbeit und Billigkeit des Preises anlangt, ihren Ruf vollkommen bewährten.

Von den Oesterreichischen Ausstellern erhielten nicht weniger als Drei Aus-zeichnungen, nämlich:

F. Kietaibl, Wien , die Preismedaille für ein Assortiment von 39 Automaten-Figuren. Dieselben werde» alle durch gute in Metall gearbeitete Uhwerke in Bewe-gung gesetzt. Die meisten dieser Automaten waren recht kunstreich hergestellt, alleinsie schienen theurer, als ähnliche Französische Fabrikate. Leider brachte die Ausstel-lung keine Artikel dieser Art aus Frankreich , weshalb ein bestimmtes Urtheil in die-ser Beziehung nicht möglich war. Folgende Gruppen verdienen besonderer Erwäh-nung: Ein walzendes Paar, dessen sinnreicher Mechanismus die drehende Bewegungdes Tanzes aufs Täuschendste nachahmte, Preis 6 Fl. K.-M.; ein Pianoforlespieler,der Voll savo tlie tzneen und liulo Lritannia zu spielen schien, Preis 25^ Fl. K.-M.;ferner ein Elephant mit dem Howdah und vier Jndier, einen Palankin tragend.Die vorliegende Ausstellung war die einzige von sich frei bewegenden Figuren.

Die Preismedaille wurde ferner an I. Haller's Wittwe und Schwieger-sohn, Wien , gegeben für ein Assortiment von ungefähr 300 verschiedenen Kinder-spielsachen, als: Puppen, kleine Möbeln, Kramladen, besonders aber Trommeln,Fahnen, Säbel, Flinten, Lanzen, Pickelhauben, Helme n. s. w. für Kinder, nebstden ordinaireren Sorten beweglicher Figuren. Diese große Sammlung war in einemder Oesterreichischen Seitcnhöfc zu einer Art von Trophäe vereinigt, welche, als diegrößte Gruppe dieser Art in der Ausstellung, die Aufmerksamkeit des jüngere» Publi-kums vielfach in Anspruch nahm.

C- A. Müller und Comp., Ober-Leutensdorf in Böhmen , wurde ehrenvollerwähnt für seine Einsendung von fast 200 Schachteln mit Spielwaaren. DieSchachteln enthielten sehr gut modellirte Menschen- und Thierfiguren aus einer ArtPapiermache, nebst Bäumen und Felsen aus Holz und Papier, für Jagden, Thier-gärten, Viehhecrden und verschiedene Scenen des Landlebens >c., wie sie in Deutsch-land allgemein bekannt sind. Die Treue in der Nachbildung der Thiere macht dieseSpiele für Kinder eben so instruktiv, als amüsant. Die en zros-Preise variirtenvon 24 und 30 Kr. zu 3 Fl. 48 Kr. und 5 Fl. >2Kr. Konv. Mze. die Schachtel, je nachder Große und Zahl der darin enthaltenen Gegenstände. So enthielt z. B. eineSchachtel für 5 Fl. 12 Kr. eine Hirschjagd mit 3 Felsen, 12 Bäume», 25 kleinerendesgl., N Hirsche in verschiedenen Stellungen, 3 Jäger und 3 Hunde.