Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
606
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606 XXIX. Klasse. Verschiedene Fabrikate und kurze Waaren.

Frankreich .

Obgleich Frankreich sehr bedeutende Quantitäten von Spielwaare» verschiedenerArt fabrizirt, so war doch dieser Industriezweig eigentlich nur in einem einzigen Ausstellervertreten, der Pnppen mit Anzügen eingesendet hatte. Denn die von einem anderenAussteller gelieferten Automaten, sowie die Wachsstgurcn für Haarkränsler, die wirbeide weiter unten näher erwähnen wollen, gehören eigentlich nicht in diese Kathe-gorie. „Paris allein/' sagt Rondot in seiner blngnkte mir I'lnilnstrle lle la vitlo>1« l'-iris, „zählte im Jahre 1847 nicht weniger als 37l Kinderspielwaarcn-Fabri-kanten, die 2,000 Arbeiter (64 l Männer, 1,345 Frauen, 8V Knaben und 33 Mädchen)beschäftigten, und für 4,322,000 Frcö. Waaren produzirte». Der Tagelohn betrugim Durchschnitt für Männer 3 Fres. 30 Cent., für Franc» 1 FrcS. 60 Cent.; mancheArbeiter erwarben aber auch 3 FreS. 45 Cent., 4 FreS. und 6 FrcS., je nach ihrerGeschicklichkeit »nd der Arbeit, mit welcher sie beschäftigt waren. Aus der oben an-geführten Anzahl von Meistern arbeiteten aber sehr viele ganz allein, und viele beschäf-tigten nur eine» einzige» Arbeiter. Durch große Konkurrenz sind die Preise so herabgedrückt worden, daß mit vollständigem Anzug, einschl. Hut, versehene Pnppen für80 Cent. das Dutzend, nnd Puppe,ileiber aus Komposition für 25 Cent. das Dutzendverkauft werden." Es ist zu bedauern, daß die Antomatensignre», Schachteln mitSpielen und Küchengeräthschaftcn n. s. w., die einen nicht unwichtigen Ausfuhrartikelbilde», gar nicht vertrete» waren, eben so wenig wie Kindersäbel, Flinten, Helmeund sonstiges Kriegsmaterial, die, wie man sich leicht denken kann, in Frankreich ebenfalls in großen Masse», aber, wie es scheint, ausschließlich für den inländischenVerbrauch fabrizirt werden. Auch die wohlbekannten Taschenspielapparate für Er-wachsene sowohl als Kinder, vermißten wir nur ungern, da Paris 0 in der Fabri-kation dieser Artikel ohne Rivalen ist.

Die drei Französischen Aussteller erhielten sämmtlich die PreiSmedaille. IhreNamen sind folgende:

P. F. Jnmeau, Paris , hatte eine reiche Auswahl von Pnppenanzügcn gelie-fert. Die mit ausgestellten Puppenlciber verdienen nicht besonders gelobt zu werden,dagegen waren die Anzüge derselben ausgezeichnet, indem nicht nur sämmtliche Roben»ach dem modernste» Schnitt gearbeitet, sondern auch, wie nns versichert wurde, alleübrigen Artikel der Damentoilctte in getreuen Nachbildungen wiedergegeben waren.

Von Bontcms, Paris , waren zwei Gruppen Kolibris ausgestellt, die durchein Uhrwerk in Bewegung gesetzt wurden. Die Böge! hüpfen von einem Zweigezum andern, wobei sie ihre Flügel öffnen, drehen sich dann plötzlich um und beginnenihren Weg von Neuen,, ganz wie in Käfigen eingeschlossene Vögel z» thun Pflegen.Gleichzeitig hört man ein kontinuirliches Gezwitscher, welches von den Vögeln aus-zugehen scheint, deren Schnäbcl sich bewegen. Die Hebel, welche das Spiel vermit-telu, sind mit großer Geschicklichkeit in den künstlichen Zweigen verborgen. Einezweite Gruppe stellt Vögel vor, die fortwährend »ach Käfern picken, ohne jedocheine» Eindruck auf deren Panzer zu machen, eine Bewegung, die in ihrer Einförmig-keit bald ermüdet. Der Preis der letzteren Gruppe ist 300 Fres., der der ersteren450 Fres. Beide Gruppen unter GlaS geben hübsche Ziiumerverzierungen ab.

Die Eiilsendmigcn von A. I. Allir, Paris , bestanden in den bereits obenerwähnten Wachsfiguren für die Schaufenster der Haarkräusler. Sie Ware» gutmodellirt und der Natur treu und mit vieler Kunst nachgebildet; Haare, Augenbraunenund Augenwimpern waren sämmtlich einzeln in das Wachs eingesetzt. Diese Modellegehören eigentlich nicht zur Klaffe der Spielwaaren, allein ihre Fabrikation ist derVerfertigung von Wachspuppe» besserer Sorte so ähnlich, daß wir sie unter dieseRubrik mit aufgenommen haben.