Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
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8. 147. Kraftspiele und Spielwaaren.

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Schweiz .

In der Schweizer Abtheilung vermißte man ganz die bekannten aus weißemHolze geschnitzten Spielsachen, welche die meisten Reisenden aus diesem Lande alsAndenken mitzunehmen Pflegen. ES waren zwar einige hübsche Modelle von Schwei-zerhänsern vorhanden, allein diese konnten kaum zu den Spielsachen gerechnet wer-de», und sind auch deshalb in Klaffe XXIX. nicht zur Beurtheilung gekommen.Und va die beiden einzige» Gegenstände, die wir besonders zu erwähnen habe», eben-falls mehr als Spielzeug Erwachsener betrachtet werden müssen, so war die Schweiz ,was Kinderspielsachen anlangt, in der That völlig »»vertrete». Diese zwei Gegen-stände waren von T. F. Bantte und L. Nudemar's eingesendet worden.

T. F. Bantte, Genf , erhielt (außer einer ehrenvollen Erwähnung von Seitender Jury der Klasse XXIII.) die PreiSmedaille für einen goldenen mit Emailmalereiverzierten Briefbeschwerer. Derselbe trug einen dünnen Stamm, anf dessen Spitzeein Kästchen angebracht war, welches sich vermittelst eines Uhrwerks von selbstöffnete und schloß. Wenn cS sich öffnete, so erschien ein schöner kleiner Vogel, dermit den Flügeln flatterte und sich nach verschiedenen Seiten hin und her bewegte,und dabei einen zwitschernden Gesang vernehmen ließ. Sobald der Gesang beendigtwar, schloß sich das Kästchen wieder. Obgleich das Vögelchen kaum eine Länge vonZoll hatte, so war es doch in allen Details höchst naturgetreu dargestellt, nament-lich aber war der Vogelgesang ausnehmend gut nachgeahmt. Die Verfertigung solch'kleiner mechanischer Kunstwerke ist eine sehr lehrreiche Uebung für den damit beschäf-tigten Arbeiter, und verdient daher alle Aufmunterung.

Noch wolle» wir, obgleich ebenfalls kaum eigentlich hierher gehörig, eines vonL. Andemar'S eingesendeten kleinen Pistols Erwähnung thun. Dasselbe wog nur4 Grän, und konnte daher nur durch ein gntcS Mikroskop genauer betrachtet werden,dann aber sah man, daß alle Theile desselben einem gewöhnlichen Perknsfionspistolgenau nachgebildet waren, und daß sogar der Hahn abschnappte, wenn man denDrücker berührte!

Die einzigen Beiträge von

Amerika

waren einige Spielsachen aus Kautschuck, die jedoch in Klaffe XX. zur Beurthei-lung gekommen sind (siehe Bd. II. S. 705).

') Wem fällt dabei nicht auch das Wort von Göthe bei: „tiefer Sinn liegtoft im kindischen Spiel." D. Red.

2) Der Werth der im Jahre 1850 in England importirten Spielwaaren betrug:von Däneniark .... 323 Lstr.

- den Hansestädten . 33,828 -

- Holland . 0,201 -

- Belgien . 1,656 -

Frankreich .... 4,209 -

- andere» Ländern. 513 -

Betrag 46,130 Lstr.

Noch mag folgende Notiz hier ihre Stelle finden. A»S den Dokumenten, welchedie Ausstellung der aus Hüll eingesendeten Artikel begleiteten, sehen wir, daß imJahre 1850 nicht weniger als 1600 Centncr der als Knabenspiel so beliebten Stein-kugeln (Schießkerne, Schnellkänlchen) im dortigen Hafen eingeführt wurden.

Noch mögen folgende Notizen, über die Statistik der Spielwaarenindustrievon Paris hier eine Stelle finden, welche wir dem mehrfach erwähnten Werke un-seres Kollegen N. Rondot entnehmen: