Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
609
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§. 148. Fischercigcräthc. 609

Den Britischen Aussteller» von Fischereigeräthcn sind zwei PreiSmedaillen unddrei Ehrenerwähnungen zugefallen.

Eine reiche und kostbare Sanimlnng von Angelgcräthen war von Ainge undAldred, tLU Orford Street, London , eingesendet worden, welche wir bereits alsAussteller von Bogen und Pfeilen kennen gelernt haben (S. 5W). Die Preismedaillewurde für die Gesammtansstellung gegeben. Sämmtliche Artikel dieses Hauses zeich-nen sich durch seltene Güte und Bollcndung der Arbeit und überaus reiche Orna-nientirnng aus.

Die Sammlungen von C. Farlow, Strand, London, I. K. Farlow, CrookedLaue, London, und I. JoncS, Icrmyn Street, London , welchen sämmtlich die ehren-volle Erwähnung zn Theil wurde, waren der vorige» ähnlich, jedoch etwas nach-stehend. Der Unterschied zwischen den Erzeugnissen dieser Fabrikanten bestand vor-zugsweise in dem Style und Reichthnmc ihrer Verzierungen, indem die ausgestelltenArtikel selbst nur wenig von einander abwichen. Es bleibt indessen sehr zweifelhaft,ob diese überreiche Ornamcntirung, die verschwenderische Vergoldung und Versilbe-rung sämmtlicher Metalltheile, die Besetzung der Haspe !» nnd Einsatzzwingcn mitkostbaren Steinen, die Einlegnng des Rnthenkolbens mit seltenen und werthvollenHölzern, endlich die Anwendung von Sammt und Seide, anstatt Leder oder andere»dauerhaften Materialien, zur Anfertigung der Kapseln nnd Gehäuse, welche zur Aus-bewahrung der Angelgeräthschaftcn dienen, wirtlich als Verbesserungen der fraglichenArtikel betrachtet werden dürfen. In vielen Fällen schien uns diese Ueberladung mit»»nöthigen Zierrathcn sehr am unrechten Platze zn sein.

Von viel größerem Interesse und viel lohnender schien nnS die Mühe, welcheman auf die Vervollkommnung der Konstruktion der verschiedenen Angclapparate ver-wendet hat. Eine Angelrnthc Von Ainge »nd Aldred, deren sämmtliche Stückeaus drei Theilen znsanunengcsetzt waren, wodurch das Werfen beinahe unmöglich,während gleichförmige Biegsamkeit nnd Federkraft gesichert ist, verdient besondererErwähnung. Auch I. K. Farlow und I. B ern ard haben ähnliche Ruthen ausge-stellt, welche überdies noch eine Verbesserung der Einsatzzwingcn zeigen. Diese ge-statten, die Zapfen der dickeren Stücke in die dünneren Stücke einzusetzen, währendbei gewöhnlichen Ruthen die Verbindung auf die umgekehrte Weise hergestelltwird. Diese Einrichtnng hat den Vortheil, daß das Wasser lveniger leicht in dieFugen des Ansatzes dringt, nnd daß mithin das Anfgnellcn der Ruthe leichter ver-mieden wird.

Außer den vorerwähnten Fabrikanten hatte noch Littlc und Comp., FetterLaue, London , eine schöne Auswahl von Fischcreigeräthen eingesendet, welche die Auf-merksamkeit der Beurtheilungskommission besonders dadurch auf sich zog, daß beiAnfertigung sämmtlicher Artikel, welche alle von vollendeter Arbeit waren, viel mehrdem praktischen Nutzen, als einer ausgezeichneten Ornamentirnng Rechnung getragenwar. Besondere Erwähnung verdienen: eine verbesserte, jedoch ohne Zeichnung nichtleicht zn beschreibende Rolle zum Aufhaspeln der Leine, welche bei dieser Anordnungsich kaum verwirren kau», ferner geschlitzte Schieberinge zur Befestigung der Ansatz-Zwingen, wodurch einerseits eine sicherere Verbindung angestrebt, andererseits dasAnseinandernehmen der einzelnen Theile erleichtert wird, wenn die VcrbindungSzaPfenin ihren Vertiefungen durch Eindringen von Wasser aufgequollen sind; endlich eineneue Modifikation der Zwingen, welche den plötzlichen Ucbergang von biegsamemHolze zn starrem Metall zn beseitigen sucht. Diese Vorrichtung ist von besondererWichtigkeit, da beim schnellen und starken Aufziehen die Ruthe nicht selten gerade andiesen Stellen nachgiebt. Der Einsendung von G. Little und Comp. wurde diePrcismedaille zuerkannt.

Von Außerbritischen Staaten hatte sich nur noch Frankreich bei der A»S-

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