Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
610
JPEG-Download
 

610 XXIX. Klaff,'. Verschiedene Fabrikate »nb kurze Waare».

stellung von Fischercigeräthcn betheiligt. Die ganze Französische Einsendung bestandübrigens nur in einer Anzahl sehr fein und gleichmäßig gesponnener Fischerleincn,welche von einen, einzigen Aussteller, F. Delage-Montignac, Paris , geliefertworden waren.

II. Gegenstände zur Förderung wissenschaftlicher

Zwecke.

8. 14i).

Ausgestopfte Thiere.

Die Kunst, Thiere auszustopfen (Taridermie), wird in der Regel für eine Er-findung gehalten, welche ganz und gar der modernen Zeit angehört und mit derPeriode zusammenfällt, in der sich die verschiedenen natnrhistorischen Mnsee» zn entwickeln begannen. Allein schon im Alterthume finden wir Spuren dieser Kunst, obwohl sie in ganz anderer Weise ausgeübt wurde. Das Berfahren, welches die altenAcghpter bei dem Einbalsamiren sowohl menschlicher als thierischer Leichen einhielten,gleicht bis zn einen, gewissen Grade den Manipulationen des Ausstopfcns, insoferndie leicht zcrsetzbarcn Theile aus den, Körper herausgenommen und durch haltbarereMaterien ersetzt wurde», und i» diesen, Sinne könnten die Mensche» und Thier-„„„nien, welche in unseren Natnralienkabinetten zerstreut sind, als die ersten Probe»der Auöstopfcknnst betrachtet werden. Allein die Methode der Einbalsamirung, welchevorzugsweise die Erhaltung des Stoffes anstrebte, schloß die Möglichkeit aus, auchzuglcich die Form und überhaupt das äußere Ansehen zn bewahre». Auch die übrige»Mittel, deren sich das Alterthum, besonders >„» dieser letzteren Anforderung zn ent-sprechen, bediente, erfüllte» ihre» Zweck »nr sehr unvollkommen. Eintauche» i»geschmolzenes Wachs oder i» Honig war das gewöhnliche Verfahre», wodurch natür-lich die Form, selbst wenn sie unversehrt blieb, beinahe „»kenntlich wurde. Die besteMethode, welche das Alterthum besaß, war die Aufbewahrung thierischer Substanzenin einer Lösung von Kochsalz, ein Berfahren, welches ja auch noch heut zu Tage,obwohl für ganz andere Zwecke, mit Erfolg angewendet wird. Auf diese Weisewurde von den Priestern die Sa» aufbewahrt, welche mit ihren ÜO Ferkeln al» Glückverheißendes Zeichen den, Aencaö in den Weg kam, und sie hatte sich so gut erhalten,daß sie z» V arro'S Zeiten in Lavinin», noch zn sehen war. In ähnlicher Weise höre»wir von Hippoccntanrcn (?) und Affen, welche als Geschenke nach Rom gesendet, aufdem Wege gestorben, in Salzlauge eingetaucht dort anlangten. Die Aufbewahrungseltener Thiere oder überhaupt seltsamer Natnrgebilde wurde von den Priestern be-sorgt, sie war etwas so ganz Gewöhnliches, und Bcckmaiin in seiner unvergleich-lichen Geschichte der Erfindungen führt eine so große Menge von Beispielen an, daßman fast versucht ist, den Ursprung unserer natnrhistorischen Museen in de» Tempel»des Alterthums zn suche». Aus den Notizen, welche sich in den Griechischen undRömischen Schriften zerstreut vorfinde», läßt sich indessen nicht mit Sicherheit schlie-ßen, daß zn diesem Zwecke Methoden angewendet wurden, welche denen unserer jetzige»AnSstoPfcr ähnlich sind, obwohl sich aus dem Umstände, daß die Thiere öfters auf-gehangen waren, hinlänglich zeigt, daß sie nicht immer in Honig oder Salz aufbe-wahrt wurden. Jedenfalls waren die Verfahrnngsweisen dem Zwecke nur wenig ent-sprechend, und der berühmte Calhdvnische Eber, welchen Pansanias in einem