Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
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8. 149. Ansstrstopfto Thicrc. 011

Griechischen Tempel sah, hatte sichtlich unter dem Zahn der Zeit gelitten und dengrößten Theil seiner Barsten verloren. ')

Die Kunst, Thiere aufzubewahren, scheint während des Mittclasters nur weniggeübt worden zu sein, wenigstens findet man nur hier und da erwähnt, daß natnr-historischc Gegenstände und Kuriositäten in den Schatzkammern der Fürsten erhaltenwurden. Erst mit dein Wiederaufleben der Wissenschaften, und besonders von derZeit an, wo die Natnr mehr und mehr i» den Kreis menschlicher Forschung hinein-gezogen wurde, finden wir bestimmtere Spuren der Ansbalgeknnst, welche in roherWeise unzweifelhaft schon viel früher von den Jägern ausgeübt wurde, die sie inErmangelung lebender Lockvogel zur künstliche» Nachbildung derselben benutzten,indem sie den Ruf der Thiere mittelst der menschlichen Stimme oder durch sonstigeVorrichtungen nachahmten. In der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts tauchendie ersten Natnraliensammlunge» zumal in Italien auf, unter denen die von Fran-ceSeo Calceolari i» Verona (158-1) besonders erwähnt zu werden verdient. DieseSamminngen, vorzugsweise von Privaten aus rein wissenschaftlichem Interesse unter-nommen, mehrten sich während des 17. Jahrhunderts. In diesem entstand dieSammlung der TradeScantS (Vater und Sohn), welche später die Gründung desAshmolean-MusenmS in Orford (l080) veranlaßte, sowie die Sammlung von JamesPctiver, welche von Sir Hans Sloanc reichlich Vermehrt, nach dem Todedieses berühmten Naturforschers die Grundlage des Britischen Museums wurde. Vonjener Periode, ans der auch die meisten kontinentalen Sammlungen stammen, datirtdie eigentliche Kunst des AnSbalgens, deren Entwickelung von dein Augenblicke, wosie in den Dienst der Wissenschaft trat, gesichert war, und mit dem Ausblühen dieserAnstalten gleiche» Schritt gehalten hat.

ES ist wirklich in hohem Grade interessant, die ausgezeichneten Leistungen imGebiete der Taridermie, welche n»S die Ausstellung vorgeführt hat, mit den altenThierkörper» z» vergleichen, die, aus den frühesten Stadien der Anöbalgeknnst stam-meud, »och hier und da in unseren Museen aufbewahrt werden. Eine größere Ver-schiedenheit kann nicht gedacht werden. Während in der gelungenen Produktion derJetztzeit uns überall die 'Natur entgegentritt, welche der Künstler in ihren geheimstenZügen belauscht zu haben scheint, gleichen die Thiere der alten Ansstopfer Allem,nur dem nicht, was sie vorstellen sollen. Von einem Studium der Natur ist seltendie Rede, die ausgebälgten Körper sind Produkte ihrer eigenen Einbildungskraft, vorderen gespensterhafter Erscheinung die lebenden Stamnigenoffcn mit Entsetzen zurück-weichen würde». In der That war die ganze Anfmertsamkeit der ältesten Ansstopferauf die Bewältigung des Stoffes gerichtet, dessen Erhaltung vor Allem gesichertwerden mußte. In der ersten Zeit begnügte man sich damit, die Eingeweide unddas Gehirn der Thiere, zumeist Vogel, anszunehincn, und die Fänlniß der übrigenTheile dadurch zu verhindern,, daß man die ausgeweideten Körper einer allmälig stei-genden Temperatur aussetzte, wodurch das Wasser aus denselben entfernt wurde.Allein wie sorgfältig man auch trocknen mochte, cS ist leicht einzusehen, daß dieseErzeugnisse sehr ephemerer Statur sein mußten, indem sie schnell ein wahrer Köderfür alle Arten von Insekte» wurden. ES war schon ein großer Fortschritt, als mananfing, die großen FleischmnSkeln anSzuschnciden, während »och immer das ganzeGerippe in dem Balge verblieb. Gegenwärtig wird bekanntlich nur die Haut ver-wendet, von welcher die leicht veränderlichen Theile sorgfältig getrennt worden sind.Hierdurch und mit Hülse der modernen Chemie, welche dem Auöbalger eine Reihenützlicher Präparate geliefert hat, war dem raschen Verderben der Thierkörper eineGrenze gesteckt, und seine Aufmcrksainkcit konnte sich mehr und mehr dem Studiumder Natur und der künstlerischen Nachbildung derselben zuwenden. Von dem Augen-blicke, wo der Ansstopfer nicht mehr lediglich um die Erhaltung seines Präparats

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