g12 XXIX. Klasse. Verschiedene Fabrikate und kurze Waare».
besorgt ist, sondern vorzugsweise die Darstellung naturwahrer und vollendeter Thierformen anstrebt, hat sich natürlich sein Standpunkt völlig verrückt, denn das Thier-fell ist jetzt nichts Anderes mehr, als das Material, welches in seinen Hände» sichgestalte» muß, wie Thon und Marmor unter dem Meißel des Bildhauers; und wennder Ausstopfte nicht dieselbe künstlerische Begabung hat, wie Letzterer, oder ähnlicheanatomische Studien gemacht hat, so wird es ihm nicht gelingen, eine befriedigendeLeistung zu Staude zu bringen. Die ausgestellte» Kunstwerke — denn manche dereingesendeten Gegenstände verdienen wirklich diese» Namen — zeigen, daß diese Richtung der AuSbalgckunst mit Borliebe kultivirt worden ist.
Uebersicht der Ausstellung.
Zahl der Aussteller.
Zollverein. l
Belgien.1
Sardinien. 1
Vereinigte Staaten.2
zusammen 2V
Preismedaillen.4.
Ehrenvolle Erwähnung l.
Großbritannien und Irland nebst den Britischen Kolonien.
Die Anzahl der Englischen Aussteller, von denen viele äußerst reiche Samm-lungen eingesandt hatten, ist ziemlich groß im Verhältniß z» den Belohnungen,welche die Jury zu vertheilen vermochte. Bon 2l Ausstellern wurden nur ZweienPreiSmedaillen zu Theil, während Einer ehrenvoll erwähnt ward. Der größte Theilder ausgestopften Thiere, zumeist Bögel, welche eingesendet worden Ware», erhob sichnicht über das Mittelmäßige, »nd beanspruchte nicht mehr und nicht weniger, alsdie vielen Proben der Ansbalgekunst, welche Jeder in den Englischen Ikrarving roam»zur Genüge gesehen hat. Allein je allgemeiner die Mittelmäßigkeit, desto glänzendertrete» einzelne Produktionen Englischer AnSstoPfcr hervor. Wer die Ausstellung nurmit einiger Austuerksamkeit besucht hat, mnß sich der herrlichen Thicrgruppen erst»»er», welche in dem nördlichen Kreuzflügcl gerade dem Hanpteingange gegenüber,inmitten eines Dickichts tropischer Pflanzen in voller Frische, ihren Platz gefundenhatten. Sie waren von John Hancock , Ncwcastle, eingesendet worden, dem unterden Englischen Ausstopften unstreitig die Palme gebührt. Wir begegnen vor Allemden Gruppen, verschiedene Momente der Falkenjagd darstellend. In dem erstenBilde zeigt sich uns der Falke vor der Jagd; sein Kopf trägt die enganschließende
Lederkappe, welche bis über das Auge herabgeht, sein Fnß steckt in dem Riemen, der
ihn an den Handschuh des Jägers fesselt. In dem zweiten Bilde hat der Falke ebengestoßen und ist mit seiner Bente, einem mächtigen Reiher, auf den Boden herab-gekommen, wo der in den Lüsten begonnene Kampf sich schnell seinem Ende naht.
.Vergebens sticht der Reiher die Angriffe seines Verfolgers abzuwehren, der ihn voll
wilder Sicgcslust mit Kralle und Schnabel zerfleischt. Schon ist der Ansgang deSKampfes nicht mehr zweifelhaft. Mit dem Blute, das der verwundeten Brust ent-strömt, erlahmt der Widerstand des Reihers, während sich das grausame Ungestümdes Falken mit den Schmerzen seines Opfers zu mehren scheint. Die dritte Gruppezeigt uns den Falken nach verschlungenem Raube. Welcher Unterschied! Kaumerkennen wir den blutgierigen Feind des Reihers wieder. Das Auge halb geschlossen,sitzt der Falke unförmlich zusammengekauert auf einem Fuße, während der anderean die Brust heraufgezogen ist, ein Bild der Uebcrsättignng. Drei andere Darstel-