Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
613
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tz. 149. Ausgestopfte Thiere. 61Z

lnngcn desselben Meisters, der Lämmergeier, von einem Felsen nach Raub ans-schancnd, eine gctödtete Seemöve, von dem überlebenden Genossen umflattert, undendlich eine tropische Secne, Kakadn's, Papageien, LiebeSvögel, inmitten einer reichentropischen Pflanzenwelt umherfliegend, die von prachtvollen Schmetterlingen, glän-zenden Käfern, Eidechsen und anderem Gcthier wimmelt, sind nicht weniger Beweiseder seltenen Beobachtungsgabe, mit welcher I. Hancock jedem Thiere den ihmeigenthümliche» Ausdruck ablauscht und in seinen Nachbildungen wicdcrgicbt. Manvergleiche den scharfen spähenden Blick des Lämmergeiers mit dem Ausdrucke vonAngst »nd Kummer in dem Auge der Seemöve, und mit den dummen täppischenPapageiengesichter». Hier begegnen wir offenbar der Ansbalgcknnst auf ihrer Höhe,denn die vollendetste Erhaltung der Häute, des Gefieders n. s. w. geht Hand inHand mit der treueste» Reproduktion der Natur und einer künstlerischen Behandlungder Stoffe, sowohl was die Grnppirnng, al« auch was die Wahl der Farbenkontrasteanlangt, welche selten wiedergefunden werden dürste.

Stächst den Darstellungen von John Hancock zog die reiche Sammlung derverschiedensten Thiere von A. D. Bartlclt, College Street, Camdcn Town, London ,welche auf der Galerie des nördlichen KrcnzstügclS aufgestellt war, die Aufmerksam-keit des Beschauers auf sich. Glückliche Komposition und naturgetreue Nachbildungsind die Hanptcharaktere von Bartlett'S Ausstellung. Als ein Beispiel der erstenführen wir eine schöne Gruppe von Fasanen an, welche der Künstler nicht unpassendConrtship (Kurmacherei) betitelt. Was die naturwahre Auffassung anlangt, so be-zeugen diese sämmtliche von Bartlett ausgestellte Thiere, Vierfüßler sowohl alsauch Böge!, welche in dieser Beziehung wahrhaft musterhaft sind »nd mit großemVortheil beim Stndinm der Naturgeschichte verwendet werden könnten. Als beson-ders gelungen heben wir einen schlafenden Affen hervor, der uns eben nicht ange-nehm an die nahe Verwandtschaft erinnert; die fleischigen Theile des Thiers sindmit besonderer Kunst behandelt, das vertrocknete und eingeschrumpft«: Aussehen, wel-ches sie in der Regel darbieten, ist an diesem Felle gänzlich vermieden. Noch müssenwir in dieser Sammlung eine Darstellung erwähnen, welche weniger durch sich selbst,als durch den Umstand interessant ist, daß sie eine neue Richtung in der Knust desAnsbalgenS bezeichnet. Es ist dies nämlich ein Versuch, den ausgcstorbencn Dodo »ach den noch vorhandenen Materialien wieder herzustellen. Dieser wegen seinesguten Magens, welcher selbst Steine ohne Schwierigkeit verdaute, berühmte Vogelwar auf der Insel Mauritius zn Hanse und dort noch zu Anfang des vorigen Jahr-hunderts in beträchtlicher Menge vorhanden. Jetzt ist dieses Vogelgcschlecht gänzlicherloschen und die einzigen Ueberbleibsel sind die Kopf- und Fnßtnochen eines unvoll-ständigen Skeletts, welches in dem Ashmolcan-Mnscnm zn Orfvrd aufbewahrt wird.Nach diesen Resten und nach den Zeichnungen Savcrh'S, welche sich in den Mu-seen von Wien und Berlin befinden, ist die Gestalt des Vogels zusammengesetzt.Es mußte hier also ein Körper geradezu modellirt und mit Federn überzogen wer-ben, welche dem Gefieder anderer Böget entlehnt wurde». Dies ist mit großem Ge-schick geschehen und das Resultat ist, daß der Dock» rostlvivns von Bartlett nachbeni Zeugniß von Strickland und Grap, der gelehrten Eustoden des Britischen Museums, die Form, Größe und Farbe des Vogels, so weit dieselben aus vorhan-bcnen Abbildungen bekannt sind, mit großer Gcnanigkeit wicdergiebt. Der Versuch,burch künstliche Reproduktion des übrigens äußerst häßlichen Dodo eine Lücke in un-serem natnrhistorischen Museum auszufüllen, verdient alle Anerkennung; indessenleuchtet ein, daß derartige Nachbildungen für den Zweck der Wissenschaft nur gerin-gen Werth habe». Sowohl John Hancock als auch A. D. Bartlett wurdeb>c PreiSmedaillc zuerkannt.

C. Gordon, Dover , erwarb die ehrenvolle Erwähnnng für einen Schwärmbon kleinen Vögeln, welche eine Eule höhnend umflattern. Die Gruppe, welche