Band 
Dritter und letzter Theil.
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614
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614 XXIX. Klasse. Verschiedene Fabrikate und kurze Waaren.

Llobbliiß Nie orvt betitelt ist, zeichnet sich durch lebendige Auffassung und naturge-treue Darstellung aus.

Von den übrigen Englischen Ausstellern mögen, obwohl sie von der Jury un-bedacht blieben, noch die folgenden namentlich angeführt werden: John Leadbeater,19 Brewer Street, Golden Square, London ; I. Gardner, 426 Qrford Street,London; T. M. Williams, 155 Orford Street, London ; von denen besondersdie beiden ersteren reichlich zur Ausstellung beigetragen hatten. Die Leistungen dieserKünstler sind jedoch mehr für das Drawing room, als für ein naturhistorischcS Mu-seum berechnet. Sie haben zu ihren Darstellungen meist die gefiederten Bewohnerder Lüfte gewählt und besonders solche, welche sich durch die Farbenpracht des Ge-fieders auszeichnen. Vor lauter Federn sieht man oft die Vogel nicht. Den ganzenHabitus der Thiere aufs Getreueste wiederzugeben, ihre Gewohnheiten durch dieGruppiruug anzudeuten, oder das Auge durch richtige Wahl der Farbenkontraste oderdurch künstlerische Anordnung der Forme» zu befriedige», war weniger die Aufgabedieser Ausbalger. Jedoch verdient bemerkt zn werde», daß diese bunten Vogel, be-sonders die kleinen Kolibriarte», in dieser Beziehung kein besonders dankbarer Ge-genstand sind. Was die mechanische Ausführung des AnSstopfens, besonders aberdie Erhaltung des Gefieders anlangt, so verdienen die genannten Aussteller voll-kommene Anerkennung, und wir erwähnen besonders noch einen reichen, wenigstens300 bis 400 prachtvolle Kolibriartcn (Iluiminng b,,>l5) enthaltenden Schrank vonI. Leadbeater, welcher erst spät, nachdem bereits die Preisvertheilung erfolgt war,»i dem nördlichen Krenzflügel aufgestellt wurde.

Unter den ziemlich reichen Einsendungen, welche von den Kolonien gemachtworden waren, verdienen die Vögel von Nova Scotia , von A. Downs ausgestellt,sowie eine Reihe von Vögeln aus Ban Dicmensland, von dem SeelieutenantI. M. B. Jnce gesammelt, und endlich eine Anzahl Thiere vom Kap der gute»Hoffnung, von Kapital» Faddp eingesendet, besonders angeführt zu werden. Bonden letzteren waren namentlich einige durch ihre große Seltenheit ausgezeichnet.

Zollverein.

Die Zollvcreinsstaaten waren durch nur einen Aussteller, H. Ploucguet i»Stuttgart , vertreten; allein die reiche Sammlung der köstlichsten Darstellungen aufdiesem Gebiete der bildenden Kunst, welche von diesem Einsender mitgetheilt wordenwar, erregte größeres Interesse und erwarb Deutscher Beobachtung, Deutschem Ge-schmack, Deutscher Geschicklichkeit und, wir dürfen hinzufügen. Deutschet» Humor,größere Anerkennung, als ein ganzes Museum ausgestopfter Thiere von geringererVollendung. Die Ausstellung von H. Ploucguet, welche aus der linken Seitedes östlichen Schiffer aufgestellt war, charakterisirt sich vorzugsweise in zwei Rich-tungen. Einmal finden wir eine Reihe der trefflichsten Darstellungen von Vierfüß-lern und Vögeln, in welchen die Natnrwahrheit der Nachbildung mit dem Geschmackartistischer Auffassung gleichen Schritt hält, dann aber zeigt sich uns eine Samm-lung der ergötzlichsten Thierkarrikaturen, in deren Auffassung der Kunst des Aus-balgens ein neues Feld eröffnet wird. Beide Klaffen von Produktionen enthielteneine große Mannigfaltigkeit, die erstere nicht weniger als 33, die letztere über 20größere oder kleinere Gruppen, von denen einige namhaft aufgeführt werden sollen.Die Aufmerksamkeit des in den Württembergischen Seitcnhof Eintretenden wurdesogleich durch zwei große Thiergruppen in Anspruch genommen. Der von einerganzen Meute von Hunden zusanunengerissene Hirsch, und der Eber von drei Rüdenangegriffen, mögen wohl zu deu größten Gruppen gehören, welche sich ein Ausbalgerjemals zur Aufgabe gesetzt hat. Sie erinnern lebhaft an die großen Jagdstücke vonSnhders und zeigen ebenso große Naturkenntniß als künstlerischen Geschmack.