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z. 149. Ausgestopfte Thiere.
Gegenüber machte sich eine ganze Familie von Füchsen bemerkbar, zwei Alte undein ganzes Heer von Jungen in den possirlichsten aber stets natürlichen Stellungen.Aus derselbe» Seite wurde das Auge ferner durch eine ganze Reihe von Vogelnesterngefesselt, welche die Bewohner in den Geschäften des Friedens und des Kriegeszeigen; hier sehen wir ein Paar Falken emsig mit der Fütterung der jungen Brüt be-schäftigt, dort vertheivigen zwei Eulen ihre Jungen gegen den Angriff mehrererMarder, oder wir sindcn eine ganze Eulenfamilie, Alte und Junge, im verzweifeltenKampfe mit Jltiscn, Naubvögcl im Streite miteinander, oder einzeln dahin schwebend— verschiedene Vogel waren im Fluge dargestellt —; friedlichere Glieder der gefieder-ten Gesellschaft, Fasanen, Feldhühner, Wachteln mit ganzen Schaarcn von Jungenin den verschiedensten Stellungen reihen sich den vorigen in bunter Abwechselung an.Alle diese Gruppen zeichnen sich durch eine höchst lebendige Darstellung und nament-lich durch eine höchst geistreiche Auffassung der Thierattitüdcn aus. Rühmlicherwähne» müssen wir namentlich die glückliche Wiedergabe der besonderen Eigen-thümlichkeiten der jungen Thiere und die völlige Bewältigung der großen Schwierig-keiten, welche die technische Behandlung so kleiner und zarter Geschöpfe darbietet.I» vielen Fällen sind die kleinen Tlftcre aus den Eiern oder nur wenige Stundennach der Geburt genommen. In der Regel mußten dann die Körper in GssPS mo-dellirt werden und die so gewonnenen Modelle der Haut als Stütze dienen.
Noch viel größeres Interesse als die genannten Gruppen erregen die Thicrkarrika-ture», in denen sich der köstlichste Humor mit stets gleichem Erfolge ergeht. Die ersteIdee zu den Darstellungen dieser Gattung scheint Ploneguet den meisterhaften Zeich-nungen Kaulbach'S zu Göthe'S Reinecke Fuchs entlehnt zu haben. In derThat sind mehrere dieser Darstellungen getreue Nachbildungen von einigen derschönsten Zeichnungen, welche der berühmte Künstler für jenes Biloerwerk entworfenhat. In den beide» ersten Gruppen zeigt sich uns Rcinccke in seiner Häuslichkeit zuMalepartus, und wie er als Klausner Henning den Hahn bcthört, indem er ihmden Königsbrief überreicht, der allen Thieren und Vögeln festen Frieden verkündet.Zunächst folgt der Empfang Hinzc's des Katers, welcher Reinecke einladet am Hofezu erscheinen, dann eine köstliche Gruppe, Reiuecke den Hasen Lampe als Zeugen zuHofe führend, endlich Reinecke auf seiner Pilgerschaft nach Rom und seine Rückkehrzu den Sünden der Welt in dem Neberfall des Kaninchens. In allen diesen mehroder weniger gelungenen Darstellungen finden wir dieselbe seltsame Nebcrtraguug desAusdrucks menschlicher Gewohnheiten und Leidenschaften wieder, die wir so oft inden Zeichmingen Kaulbach'S bewunderte», und es kann wohl nicht bezweifelt wer-de», daß die Erreichung dieser Effekte in Thierhäuten dieselben, wenn nicht größereSchwierigkeiten bietet, als ihre Verwirklichung mit Papier und Feder. An diesenDarstellungen zu Rcinecke schließen sich ein Paar Dutzend andere komische Gruppenan: Theegescllschaften von jungen Ratten, Liebeserklärung eines Wiesels, ärztlicheKonsultation eines Wiesels, Wiesel als Kindermädchen, Abschiedsscene zwischen Mar-der und Katze, Marder in literarischer Beschäftigung, Frösche als Inspektoren dessubmarinen Telegraph« und dergleichen; endlich eine größere Gruppe, ein Treib-jagen darstellend, in welchem Marder als Jäger und Wiesel als Treiber figuriren,welche zweitägige Häschen jagen. Der Werth der einzelnen Gruppen ist natürlichsehr verschieden, aber alle sind mit einem höchst glücklichen Humox aufgefaßt, derbei dem Englischen Publikum volle Anerkennung fand. Die WürttcmbergischenThiere gehörten ganz eigentlich z» den „Löwen" der Ausstellung, und die enge Pas-sage, in welcher sie aufgestellt waren, wurde von Morgens bis Abends von einer un-unterbrochenen Kette Schaulustiger durchzogen, deren säumige Bewegung nicht seltendurch ein sehr vernehmbares „älove on Kentlomo»'' von Seilen des diensthabendenPcliceman beschleunigt werden mußte. Besonders gefielen die Nachbildungen derKaulbachschen Illustrationen, und Reinecke Fuchs verdankt Ploucguet'S Aus-