Band 
Dritter und letzter Theil.
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§. 156. Das Britische Reich.

Macd »well. Unter den von ihm ausgestellten Werken spricht besonders dieEva (Gypsabguß) durch Anmuth der Stellung, tüchtige Kenntniß und den Ausdruckverlangender Neugier an; aber auch sein in Marmor ausgeführtes betendes jungesMädchen zeigt Einfachheit und Innigkeit des Gefühls und eine fleißige Ausführung.Preismedaille. (Süd-Transept Nr. 22. 23. 24.)

W. Calder Marshall (Nr. 15. der Skulpturen-Galerie) verräth in seinerSabrina in Marmor ein besonders glückliches Gefühl für weibliche Anmnlh derBewegung und in dem mit Feinheit individualisirten Kopfe für Lieblichkeit der Formund des Ausdrucks. Preismedaille.

Sharp (Nr. 20. der Skulpturen-Galerie) befindet sich mit einem an der Erdehingestreckten Knaben, welcher mit einer gewissen Scheu sich nach einer Eidere umsieht,in Betreff des Gegenstandes im Gegensatze mit dem vorigen Künstler, indem er diediesem Alter eigenthümliche Dürftigkeit der Formen mit einem sehr reinen Naturge-fühl ungeschminkt und fleißig in Marmor wiedergegeben hat. Wenn diese Wahrheitdem durch eine oberflächliche Glätte verwöhnten Auge so vieler Beschauer widerstrebt,wird sie sich, wie alles Wahre, dennoch gellend machen, und ist gerade dieses Bestre-ben mir ein Zeichen des AnfstrebenS der Englischen Bildhauerschule. Preismedaille.

I. Hogan (Nr. 14. der Skulpturen-Galerie) schließt sich mit seinen« trunknenSatyr in GyPS, der, des süßen Weines, welcher alle seine Adern und Muskeln ange-schwellt hat, voll, noch einen letzten Versuch macht, nicht hinzufallen, würdig an undgiebt Zeugniß von einem ernsten Studium. Nur das Motiv hat etwas zu Gewalt-sames und Unschönes in den Linien. Preismedaille.

B. Jennings (Nr. 81. der Skulpturen-Galerie) beweist in seinem Kupido inMarmor ein glückliches Talent für die Darstellung jugendlicher Formen. Dasselbegilt von F. Thrupp (Nr. 56. und 58. der Skulpturen-Galerie) in seiner aufge-stützt ruhenden Nymphe Arethusa in Marmor, welcher nur in den Gesichtszügenetwas mehr Lebendigkeit und Individualität zu wünschen wäre. Auch ein Knabe,der einen Schmetterling zu ergreifen sucht, ist ein fleißiges, ansprechendes, ebenfallsin Marmor ausgeführtes Werk von ihm. In derselben Richtung macht sich aucheine badende Nymphe in Marmor von I. Lawlor geltend. (Nr. 22.) Alle dreihaben daher die Preismedaille erhalten.

Der verstorbene L. M. Watson zeigt sich besonders in seiner, in einem sehrschönen Marmorblock ausgeführten ironischen Statue des berühmten Flarman(Nr. 60. der Skulpturen-Galerie) als einen tüchtigen Künstler für solche Aufga-ben. Das Motiv in der sitzenden Figur ist wahr und bequem, der Kopf von sinni-gem Ausdruck und das Ganze lebendig und fleißig durchgeführt. Die kolossalen sitzen-den Marmorstatue» der Lords Eldon und Stowell (Nr. 8l. des westlichen Haupt-schiffes) von demselben sind in nämlicher Richtung von namhaftem, wennschon nichtgleichem Verdienst; besonders sind die Hände zu groß gerathen. Preismedaille.

Auch L. Macdonald (Nr. 18. der Römischen Einsendungen) erweist sich ineiner ironischen Statue in Marmor in antiker Auffassung und Tracht als einenKünstler von richtigen, Stylgefühl und tüchtigem Wisse». Preismedaille.

G. Myers in London (Klaffe XXVI. Nr. 533.) das Grabmahl des BischofsWalsh in Stein, worin der kirchliche Styl des Mittelalters nicht allein in derHauptfigur, sondern auch in dem Beiwerk gut beobachtet worden ist. Preismedaille.

Endlich verdienen folgende Künstler die ehrenvolle Erwähnung, welche ihnen dieJury zuerkannt hat:

W. Behnes (Nr. 54. der Skulpturen-Galerie) wegen seiner durch eine Eidereerschreckten Nymphe in Marmor.

W. Th ced (Nr. 58. und 79. desgl.) wegen seiner in Marmor ausgeführtenStatue des Verlornen Sohnes, der von seinem Vater umarmt wird, und seines Nar-ziffuS, ebenfalls in Marmor.