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XXX. Klasse. Werke der schönen Kunst.
Zweck stellen die Arbeiten von sehr erhobenem Relief, welche dieses Piedestal schmücken,die Freude und den Genuß jeglichen Alters und Geschlechts an der Natur dar. Kinterfreuen sich an einem Vogelnest, oder füttern Schwane, Mädchen winden sich Blumen-kränze, Eltern leiten die Kinder zu diesen Genüssen, oder erfreuen sich selbst an den-selben in behaglicher Ruhe. Diese Aufgabe ist nun von dem Künstler init einerSchönheit des Gefühls, einer Lebendigkeit in den Köpfen, einer Anmuth in denBewegungen, einer Gewandtheit in der Verbindung der einzelnen Gruppen, einerRichtigkeit des Styls in der Behandlung des hohen Reliefs, endlich in einer lieke-vollen Durchbildung gelöst worden, welche die allgemeinste Anerkennung verdient undauch erhalten hat. Nur die Verhältnisse der Figuren zueinander sind etwas ungleich.Preismcdaille. Nach unserer Ueberzeugung hätte dem Künstler die große Verdienst-medaille gebührt.
Albert Wolfs, Berlin (Nr. 307.). Ein junges Mädchen, welches ein Lämn,cheu auf den Armen hält und durch die Reinheit in Charakter und Ausdruck dunNamen der Unschuld, welchen ihr der Künstler gegeben, durchaus entspricht. Archdie Behandlung des Gewandes ist durchaus Plastisch und die Ausführung in Mar-azor sehr sorgfältig. Preis,,icdaille.
T. Kalide, Berlin (Nr. 285.). Ein Knabe, welcher, leicht einen Schwanumfassend, aufwärts blickend, die Linke schirmend emporhält, ist in der Art für eineFontaine bestimmt, daß das Wasser aus dem aufgereckten Schnabel des Schwanshervorspringt. Die Bewegung des hübschen Kindes ist ebenso anmuthig, als dieAusführung sorgfältig und stylgemäß. Dieses Werk war in zwei Ercmplare» ver-handelt, von denen das eine in Bronze, im Besitz Sr. Majestät des Königs befind-lich, das andere von Geiß in Zück gegossen worden ist. Ehrenvolle Erwähnung.Nach unserer Ueberzeugung hätte der Künstler die Preismcdaille verdient, welche ihmvon der Jury der Klaffe XXII., die über die Mclallgüffe zu urtheilen hatte, zu Theilgeworden ist.
C. Möller, Berlin (Nr. 292.). Nach seinen Modellen war hier ein Neu-foundland-Hunb von Friebel in Berlin , ein kleinerer dergleichen mit einem Kna-ben und ein Bnlldog mit einem Mädchen, von H. Fischer ebendaselbst in Bronzegegossen, vorhanden. Lebendigkeit und Wahrheit, stplgcmäße und fleißige Ausfüh-rung zeichnen diese Werke aus. Ehrenvolle Erwähnung.
Ludwig Wichmann, Berlin (östliches Hauptschiff). Ein Schüler vonGottfried Schadow . Ein junges Mädchen, im Begriff Wasser zu schöpfen, nachseinem Modell in der Gußanstalt des Grafen Einsiedel, in Lauchhammer in derProvinz Sachsen , in Bronze gegossen und cisclirt. Zierliche Verhältnisse, tüchtigeKenntniß, sorgfältige Behandlung sind die hervorstechenden Eigenschaften dieses Werks.
2. Skulptur im kleinen Maßstabe.
») In Metall. Der Glaubensschild (Nr. 98. im östlichen Hauptschiffe), welchenSe. Majestät der König von Preußen Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen vonWales zum Pathengeschenk gemacht hat, ist ein Gegenstand hoher und zugleich fei-ner Kunst. Das Nähere über dieses Prachtwerk ist unter Klaffe XXIII. S. 203bereits mitgetheilt worden. Die große Verdienstmedaille, welche diesem Werke von derKlaffe XXIII. ertheilt worden ist, hat Se. Königliche Hoheit der Prinz von Walesals Aussteller erhalten.
I. Wagner und Sohn, Hofjuwelier in Berlin (Nr. 840 ). Ein Tafelaufsatz inForm einer Fruchtschale. Obgleich dieses Werk eigentlich, wie das vorige, derKlaffeXXIII.angehört und auch von ihr mit der großen Verdienstmedaille bedacht worden ist,können wir es, als ein höchst ausgezeichnetes Zeugniß der hohen Ausbildung, welchedie getriebene Arbeit in Silber gegenwärtig in Berlin erreicht hat, dennoch hiernicht mit Stillschweigen übergehen. Dasselbe ist zuvörderst ebenso schön in der Ge-sammtform, als sinnreich in der Erfindung, in so fern es uns die verschiedenen Kul-