Band 
Dritter und letzter Theil.
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tz. 157. Der Zollverein.

turstuftn der Menschheit vorführt. An dem Fuße sehen wir die ersten einfachen, mitBefriedigung der äußeren Bedürfnisse beschäftigten Zustände der Jagd, der Fischereiund der Viehzucht. An der Säule bezeichnen Ackerbau, Gartenbau und Weinbauschon eine höhere Stufe der Kultur, welche sich in den theilweise noch unvollendetenReliefen au der Schale durch die Darstellung der Künste und Wissenschaften, wiedurch die des Bergbaues, des Handels und der Schifffahrt noch ungemein steigert.

Der Genius des Lichts auf der Spitze, welcher eine Schlange bändigt, bezeich-net endlich die größte Höhe der Bildung, welche der Mensch in glücklicher Bekämpfungder Leidenschaften in sich, als seines furchtbarsten Feindes, erreichen kann. DieseGedankenfolge ist nun in einzelnen Figuren und Reliefen, welche mit sehr richtigemStylgefühl an dem Gefäße vertheilt sind, mit eben so viel Kenntniß, als meisterhafterVollendung des Einzelnen ausgeführt worden. Auch die vielen Verzierungen vonBlättern, Blumen und Früchten verdienen, als naturwahr und doch zugleich stylge-mäß, das größte Lob. Nur die Flügel an dem, im Verhältniß zum Ganzen etwaszu großen, Genius sind mit ihm nicht recht organisch verbunden, sondern erscheinen lahmund angebunden. (Vergl. S. 204.) Es ist zu bedauern, daß ein anderer, für in Sil-ber getriebene Arbeiten sehr ausgezeichneter Künstler in Berlin , Herr Netto, sich ander Ausstellung nicht betheiligt hat.

Julius Franz, Berlin (Nr. 203.) Zwei Victorien, nach Rauch modellirt,in der Größe von etwa 2 Fuß und von, Bronzegießer Fischer gegossen und cise-lirt, zeichnen sich durch die große Treue und die sehr sorgfältige und fleißige Arbeit»ortheilhaft aus.

Bernhard Afinger, Berlin (Nr.30S.). Vier in Bronze gegossene Bildnissein Medaillenform sind durch die getreue und wahre Auffassung anziehend. Dieübrigens sehr fleißige Behandlung ist hier und da fast zu weich und malerisch. Eh-renvolle Erwähnung.

K. Fischer, Medailleur in Berlin (Nr. 28t.). Neun Medaillen in Bronze,AdverS und Revers, zeigen einen Künstler, der Wahrheit des Naturgefühls mit Ge-schmack, richtigen Styl in der Behandlung des flachen Reliefs mit einer sehr flei-ßigen und liebevollen Ausführung verbindet. Besonders ist hier die Medaille aufAlerander von Humboldt, als Verfasser des Kosmos, hervorzuheben. Preis-medaille.

C. Pfeufer, Hof- und Haupt-Münzmedailleur zu Berlin (Nr. 286.), zeigt in22 Medaillen eine sehr sorgfältige Ausführung, verstößt indeß zuweilen durch zugroße Ausladung, zu rundliche und schwere Formen gegen die Gesetze dieser Kunstart.Ehrenvolle Erwähnung.

Obgleich die Erzeugnisse der Königl. Eisengießerei zu Berlin (Nr. L71.)der Klaffe XXII. angehören, und auch dort mit der großen Verdienstmedaille belohntworden sind (vergl. vorn S. 60), so gehören sie doch so durchaus dem Gebiete derKunst an, daß wir sie hier nicht unerwähnt lassen dürfen. Es wohnt denselben nochimmer der edle Geschmack in den Formen der Verzierungen, das richtige Stylgefühlln den Skulpturen inne, welche der verewigte Schinkel bei dieser Anstalt einhei-misch gemacht hat. Hiervon liefert eine große, mit Silber eingelegte und mit demAleranderszug nach Thorwaldsen verzierte Vase nach der Zeichnung des Schloß-baumeisters Hesse, sowie zwei ähnlich verzierte Ständer mit kleinen Gruppen aufdenselben den vollständigsten Beweis.

Es dürfte hier die geeignetste Stelle sein, der plastischen Gegenstände zu ge-denken, welche G. Eichler, Begründer der plastischen Kunstanstalt in Berlin (Nr. 272.), in Gypsabgüffen ausgestellt hatte. Drei Reliefe nach Thorwaldsen,verschiedene, je in einem Rahmen gefaßte Abgüsse nach antiken Gemmen, so wie vonBildnissen ausgezeichneter Personen in Medaillenform, zeichneten sich sowohl durchdie gute Auswahl, die Schärfe der Abgüsse, als durch die mäßigen Preise aus.