Band 
Dritter und letzter Theil.
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XXX. Klasse. Werke der schönen Kunst.

Diese Anstalt, deren Bestand von Herrn Eichler unablässig mit dem rühmlichstenEifer vermehrt wird, gewährt dem kunstliebenden Publikum die seltene Gelegenheit,sich mit schönen plastischen Gegenständen Vvn mäßigem Umfange, wie sie für dieMehrzahl der Privatwohnungen allein geeignet find, für auch dem minder Bemit-telten erreichbare Preise zu umgeben. Ganz besonders aber finden Solche ihre Rech-nung, welche sich für die plastischen Bildnisse ausgezeichneter Personen verschiedenerEpochen und Nationen interesfiren, indem es Herrn Eichler gelungen ist, das Besteund Zuverlässigste dieser Art in einer Vollständigkeit zusammen zu bringen, wie sienirgend anderweitig vorhanden sein dürfte.

M. Krause, Berlin (Nr. 278.), zeigte in zehn Glaspasten eines Armbandes,nach besonders gewählten antiken Steinen der berühmten Königl. Gemmcnsammlungzu Berlin , Geschmack in der Auswahl und viel Geschick in der Arbeit. Er fertigtderen auch mit vieler Sorgfalt und für einen billigen Preis in Gyps an.

Von einer ganz ungemeinen Wichtigkeit der Anwendung zu sehr verschiedenartigenKunstzwecken sind endlich mehrere aus Chauffeestaub verfertigte Gegenstände ausder Fabrik von dem leider früh verstorbenen Ernst March zu Thiergartenfeldebei Eharlottenburg, unweit Berlin (Nr. 240.). Sowohl die Skulpturen, als dieGefäße, so wie die Mosaikfußböden, zeichnen sich besonders durch die Dauerhaftigkeitdes Materials aus. Da dieser Chauffeestaub eine Färbung mit den verschie-densten und lebhaftesten Farben zuläßt, so gewährt er, in beliebige Formen von jederGröße geschnitten, eine Mosaik, welche Schönheit, Dauerhaftigkeit und Wohlfeilheitwie keine andere verbindet, und daher auch schon in sehr ausgedehntem Maßstabeund in den schönsten Mustern bei den Fußböden deS neuen Museums in Berlin inAnwendung gekommen ist.

6. Gegenstände der Zeichnung auf der Fläche.

Wegen der Musterzeichnungen für Tapezierarbeit verweisen wir auf den Berichtüber Klaffe XVIII. Abschnitt II. S. 97.

Lith ochromie.

Winkel mann und Söhne in Berlin (Nr. 306.). Die von dieser Firmaausgestellten Arbeiten gehören wegen der außerordentlichen Vollendung, womit durchdie Anwendung einer großen Anzahl von Tonplatten die mannigfaltigsten Gegen-stände, besonders aber architektonische Ornamente in den zartesten, perspektivischenAbstufungen wiedergegeben werden, zu dem Allervorzüglichsten, was dieser Art über-haupt geleistet worden ist. Vor Allem zeichnen sich darunter Ansichten des für IhreMajestät die Kaiserin von Rußland von Schinkel entworfenen Schlosses Orianda,und verschiedene Blätter zu einem Prachtwerke für architektonische Dekoration aus,welche Ludwig Grüner in London herausgegeben hat. Zugleich empfehlen sichdiese Arbeiten durch ihre verhältnißmäßige Wohlfeilheit. Preismedaille.

6. Architektur.

Modelle.

C. I. Bösche, Magdeburg (Nr. 785.), das Modell von dem Dome zu Magde-burg , in ziemlich großem Maßstabe, so wie das Modell des schönen Brunnens zuNürnberg , sind eben so richtig in den Proportionen, als sorgfältig und treu imCharakter des Einzelnen gearbeitet. Auch das Modell zu einem anderen Brunnenzeigt bei sorgfältiger Arbeit eine hübsche Erfindung. Preismedaille. Dieser Künstlerhat außerdem eine Belohnung von 30 Lstr. erhalten.