Band 
Dritter und letzter Theil.
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tz. 171. Geschäfte der Preisrichter.

der Verhandlungen bedienten sich auch die Französische» und Deutsche » Mitgliederihrer Muttersprache. Die Letzteren fanden aber bald, daß ihre Sprache nur vansehr Wenigen, und selbst von diesen nnr unvollkommen verstanden wurde, so daßder Zweck, durch die Mittheilungen auf die Entschließungen der Jury einzuwirken,bei Benutzung der Deutschen Sprache unerreicht blieb. Am meisten verbreitet wardie Kenntniß des Französischen, auch bei den Englischen, Spanischen , Nord- »ndSüdeuropäischen und Amerikanischen Mitgliedern. Die Berathungen wurden dem-gemäß in fast allen Juries in Englischer und Französischer Sprache geführt, dieBeschlüsse aber immer in Englische» Protokollen niedergeschrieben, indem die Proto-kolle von den durch die Britische Kommission ernannten Assistenten ausgesetzt unddemnächst vom Jnrppräsidcnten unterzeichnet wurden.

Aus dem Deutschen Zollverein haben bei den Arbeiten der Juries dieoben (Th. I. S. 108) genannten Personen als vereinsländische Jurors mitgewirkt:außerdem war mit den Preisrichtern für das nördliche Deutschland , Herren Nobackaus Hamburg und Meyer aus Warnemünde , die Uebcrciuknnft getroffen, daß dieselbenbei den Jnryverhandlungcn der betreffenden Klaffen die im Interesse der vereinslän-dischcn Aussteller zu machenden Mittheilungen und vorzutragenden Auskünfte i» dem-selben Grade sich angelegen sein ließen, wie die vereinsländische» Preisrichter dieselbeObliegenheit in Hinsicht der Norddeutschen Aussteller übernahmen.

Die Juryverhandlungen haben voiz. Anfang Mai bis Ende Juli gedauert. DieDeutschen Jurymitglieder haben eS sich angelegen sein lasse», dabei sowohl zu einergründlichen und gerechten Würdigung der Erzeugnisse der verschiedenen Produktionsgebiete und der Verdienste der Aussteller im Allgemeinen hinzuwirken, als auch denLeistungen und Verdiensten der vcreiuSlündischcn und Norddeutschen Aussteller Geltungzu verschaffen.

Die Berathungen in dem Präsidentenrath wurden mit Gründlichkeit und Frei-ninth gepflogen. Unter den Britischen Mitgliedern zeichnete» sich die Herren de laBeche, Pusey, Oberst Anson, Lord WHarnkliffe und der Herzog vonArgyll, unter den Franzose» Charles Dupin und I. Dumas, unter denübrigen Mitgliedern die Herren van de Weyer, Professor von Herrmann undProfessor Rößner durch unausgesetzte und lebhafte Theilnahme an den Verhand-lungen aus. Besonders aber wurden die Geschäfte durch die unermüdliche Thätig-keit des Dr. Playfair, welcher dem Jury-Ofsice vorstand, gefördert. Nachdemdie Arbeiten der Einzeljuries und Gruppen so weit gefördert waren, begannen imJuni im Präsidentenrath die Berathungen über die vorgeschlagenen großen Ver-dienstmedaillen. Bei dem gewaltigen Umfange der Arbeiten konnten trotz dem, daßgewöhnlich drei Sitzungen wöchentlich gehalten wurden, in dem Präsidcntenrathenur die großen Verdienstmedaillen durchdebattirt werden. Die Entscheidungen überdie Preismedaillen und die ehrenvollen Erwähnungen blieben den Gruppen.

Den meisten auswärtigen Preisrichtern war es wegen ihrer sonstigen Geschäfteunmöglich, länger, wie bis Ende Juli in London zu bleiben; Viele mußten schonvorher abreisen. Zum 2. August fand das grosse Fest statt, wozu die Stadt Paris die AnSstellungSkommiffare und Preisrichter eingeladen hatte. Durch große An-strengung gelang es denn auch, mit den Urtheilssprüchen über die großen Verdienst-medaillen und mit einer, behufs mehrerer Sicherheit, Gleichmäßigkeit und Gerech-tigkeit vorgenommenen allgemeinen Revision der Zusprechungen — dem schwierigste»und undankbarsten Hauptgeschäft — bis zum 31. Juli fertig zu werden. Die mei-sten Juryberichte, welche zugleich die Motivirung der Zuerkemiungeu enthaltensollte», waren damals »och nicht ausgearbeitet, und konnte deshalb eine Einwirkungder Preisgerichte selbst auf deren schließlich« Abfassung nicht mehr stattfinden.

') Reports ok tlle fluries p. XXIII.