Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
763
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8. 183. Umfang und Plan des zn gründenden Instituts. 7ßZ

Sammlungen im Britischen Museum, die Königliche Kunst-Akademie und nament-lich das Departement der praktischen Kunst (mit Einschlnß der Desfinschulc) gewid-met. Die beiden ersten Institute bezwecken die Aufstellung und Anschauung vonWerken der Kunst im Allgemeinen, die Königliche Akademie den Unterricht in denhöheren Zweigen der Kunst, und die Dessinateurschnle besondere Anwendung der Kunstauf die Industrie.

->) Hinsichtlich der Werke der Malerei und Zeichens linst ist die National-Gallerie keineswegs Englands »nd des Zweckes, dem sie gewidmet ist, würdig:der zu ihrer Verfügung stehende enge Raum beraubt das Publikum der günstigenAnschauung, welche von dem Institute zu erwarten wäre, und dient auch dazu, dieBeitrage und Vermächtnisse Einzelner zn verhindern, welche sonst höchst wahrschein-lich in reichem Maße eintreffen würden.

Es ist äußerst wichtig, in möglichst ausgedehntem Maße gute Werke der ver-schiedenen Schulen von den ersten Meistern anzusammeln »nd so dem Beschauer diestufenwcisen Fortschritte der Malerei im Allgemeinen, wie auch die stufenweise Entwik-kclnng der Eigenschaften vor Augen zu stellen, wegen deren einzelne Schulen berühmtwaren. Uni solche Reihenfolgen belehrend zu mache», kommt viel anf die Anord-nung an: aber in der jetzigeil National-Gallerte ist eine Anordnung mit einerUebersicht über die Schule» und die Fortschritte der Kunst, selbst wenn die Gemäldedazu da wäre», wegen Mangels an Raum, nnmöglich. Durch neue Ankäufe hatdieser Mangel an Ordnung so zugenommen, daß die Sammlung mehr einer Ge-mäldehandlung wie einer Gallerie zur Anschauung und Belehrung gleicht. Fürden höheren Kenner oder Künstler ist dies vielleicht von geringerer Wichtigkeit, aberfür angehende Künstler und für das Publikum im Allgemeinen muß man es als eingroßes Hinderniß für die Zwecke der Gallerie ansehe».

Die Schwierigkeiten, welche der Mangel an Raum für ein solches Institut inLondon verursacht und welche jetzt die vollständige und befriedigende Entwicklungeines tüchtige» UutcrichteS in den höher» Zweigen der Kunst verhindert, beschränkensich nicht nur auf Malerei, sondern sind auf die Schwestcrkünste »och viel mehr an-wendbar, und die erwähnten Hindernisse werden bei der Aufgabe eines Bildungs-Jnstitnts zur praktischen Anwendung der Kunst anf die industriellen Zwecke, welchebei der Errichtung der Dessin schule vorschwebte, besonders störend. Diese Schulehat von der Zeit ihrer Eröffnung 1837 an bis jetzt mit den Schwierigkeiten einersehr unvollkommenen Elementarbildung der Zöglinge im Zeichnen, welche zu größe-re» Leistungen im Ornament-Abzeichnen unerläßlich ist, zu kämpfe» gehabt. InFolge davon innßtc vorerst der Elementar-Unterricht im Zeichnen die Hauptbeschäf-tigung der Schule und ihrer Zweiganstalten werden, und deshalb konnte sie keinenso wohlthätigen Erfolg habe», als wenn dieser Elementar-Unterricht schon ander-weit ertheilt wäre.

Jedoch war der Drang im Publikum, die Bildiingsmittel der Schule zu benutzen,so stark, daß nicht weniger wie 20,000 Schüler in der Central- und den Provinzial-Schulen gewesen sind; die Zahl derer, die sie jetzt besuchen, beträgt ungefähr 3000.Die Summe, welche das Parlament jährlich bewilligt »nd welche anfänglich nur500 Lstr. betrug, ist auf 17,020 Lstr. vermehrt, mit welcher Summe diese Anstaltenin dem Budjct für 1852—1853 stehe». Die Nothwendigkeit, das bis vor Kurzembefolgte System zn reorganisircn und die Leistungen der Dessinschulc noch auszudeh-nen, hat im Herbst 1852 die Regierung veranlaßt, ein „Ilopartoincut ok Practieal-Lrt," unter der Oberaufsicht der Herren Colc und Rcdgravc, zu gründen.Ersterer hatte den Kommiffaren bei Ausführung der Ausstellung (s. Th. I. S. 17)durch seine eifrigen »nd liiierniüdlichen Anstrengungen als Mitglied des Erekutiv-Koinmittö's wesentliche »nd erfolgreiche Hülfe geleistet: Letzterer verfaßte als Mit-