8. 187. Ergebnisse für das Zusammenwirken der Völker. 785
wurde doch durch den allgemeinen Anklang, den dieselben fanden, unddie Lebhaftigkeit, »üt der die öffentliche Meinung in London dieselben auf-nahm, die weitere Berfolgung dieser Vorschlage gefördert. Der erstedieser Wünsche hat hinfichtö des Deutschen und Britischen Postgcbiets undder gegenseitig durch dieselben transitirenden Briefe durch den Additional-Pvstvcrtrag zwischen Preußen und Großbritannien von, 7. Juli 1852inmittelst Befriedigung zu finden begonnen. Die in der Ausführung be-griffene Gründung eines Industrie-Museums mit Waarenprobcn, Mo-dellen und Zeichnungen der in dieser Ausstellung befindlich gewesenen Ar-tikel, sowie mit umfassenden Unterrichts- und Gcsellschaftö-Anstalten batzwar zunächst für England ein bervvrtrctendes Interesse, wird aber auchfür den Zollverein und für die Industrie überhaupt nützlich werden.
Die mitgetheilten Nachrichten über die Aussteller, deren Gewerb-stätten und Leistungen, sowie die Zuerkennnngen und Berichte der Iuryshaben die gegenseitige Achtung der verschiedenen Nationen in diesem Gebiete außerordentlich erhöhet. Wenn nationale Eitelkeit und unbegründeteSelbstüberhebung den in manchen Beziehungen gleich und böhcr stehendenKollegen und Leistungen anderer Völker gegenüber schweigen mußten, sokam man dagegen zu der um so wohlthucnderen Wahrnehmung, wie die ver-schiedenen Nationen durch ihre Erzeugnisse und Leistungen i», Welthandelden gegenseitigen Bedürfnissen begegnen, wie jedem dieser Völker nichtallein seine eigenthümlichen Naturschätze, sondern auch einzelne durchge-bildete Industriezweige, verbunden mit praktischer Tüchtigkeit, Bedeutungverleihen und wie sich alle zu einem wohlgegliedcrten (Käuzen durch-ftechten.
Die ernste religiöse Auffassung, mit welcher diese Gedanken bei derEröffnungs- und Schlußfeier ausgesprochen wurden, verfehlte eines tiefenversöhnenden Eindrucks auf die Betheiligten nicht.
Werfen nur noch einen Blick aus die Anregungen für Kunst undWissenschaft. In der unendlichen Mannigfaltigkeit der Formen und Vor-stellungen ist das wahrhaft Schöne ein Einfaches nach inneren GesetzenKomponirtes. Durch die vergleichende Anschauung der Arbeiten, in dc nen die Knnstschöpfnng der verschiedenen Völker, ihrer Natur und Ge-schichte entsprechend, sich darlegte, durch die frappante Schönheit mancherfast unmittelbar der Natur entnommener, anderer aus dem tiefsten Stu-dium und Nachsinnen geschöpfter, durch die jedem Volke eigentbümlichenAuffassungen hervorgebrachter Werke wurde dem Kunstgenuß eine großeBereicherung; für jene Gesetze aber darf ein weiteres Verständniß, eineallgemeinere Geltung und dadurch ein richtigeres Kunsturthcil erwartetwerden. Das höhere Kunstwerk, welches als Ganzes für sich spricht undselbst den Tert zu seinem Verständniß liefert, erwies sich vorzugsweisegeeignet, nach klassischen, von der engen nationalen Auffassung unab-hängigen Gesichtspunkten gewürdigt zu werden und allgemeine Anerken-nung zu finden.
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