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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
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Einleitung.

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Zeit geweihten Institutionen. Die Sektirer wollten in ihrem Widerwillengegen die menschlichen Wissenschaften und aristokratischen oder königli-chen Stiftungen die Universitäten Oxford und Cambridge aufheben.Cromwell rettete sie. Von Natur groß und gegenwärtig hoch gestellt,eignete er sich Geschmack an Allem an, was durch Erinnerungen, Geist,Wissen und Ruhm erhaben und groß war. Er intcressirte sich dafürsich es geneigt zu machen, gefiel sich darin, ihm gegen rohen und klein-lichen Haß Schutz zu verleihen, und er verwendete zur Unterstützungdieser Politik, zur Behauptung der Ordnung und des Gesetzes zumVortheile Aller, zur allerwärtigen Wiedereinsetzung der Gewalt undihres Ansehens dasselbe Heer, mit dem er so viele alte Größen um-gestürzt hatte und dessen noch glimmende Leidenschaften durch seinestrenge Mannszucht und die Ergebenheit, welche es für ihn hegte, nurs unvollkommen unterdrückt wurden.

In den äußeren Verhältnissen Englands hatte Cromwell, der vomJoche der Parteien freier war, ein noch richtigeres Gefühl der Interessenst seines Landes wie seiner eignen Lage, und erlangte noch weit vollkom-menere Erfolge.

> Der Friede wurde die Grundlage seiner Politik. Sobald er zur

^ Oberherrschaft gelangte, ging er ans Werk um ihn mit Holland, Por-st tugal und Dänemark wiederherzustellen oder zu sichern, wobei er baldst die von ihm selbst früher gehegten oder beförderten Träume der republi-! konischen und protestantischen Verschmelzung, bald allen Religions - oder! Parteigroll bei Seite setzte; beeilte er sich, alle Zwistigkeitcn zu ordnen,

st alle Fragen zum Abschluß zu bringen, war zuweilen empfindlich und

f hochfahrend um die Würde der neuen Regierung zu behaupten, aber

st stets verständig ; er gab sich keinen ungemeffenen Forderungen, keinemst chimärischen Ehrgeize hin, und suchte auswärts nur das, was seinem

st wesentlichen Interesse, der Sicherheit und Kraft seiner innern Macht

st zusagte.

Sobald er sich einmal den Frieden gesichert, war die zweite Basisseiner Politik die Neutralität. In Europa war damals die Krisis desKampfes zwischen dem Hause Oesterreich und dem Hause Bourbon,

- zwischen dem im Sinken begriffenen Spanien und dem sich schnell erhe-benden Frankreich eingetreten. Beide machten eifrige und zuweilen fürst sie schmachvolle Anstrengungen, um England zum Bündnisse mit ihnenzu bewegen. Cromwell hörte sie beide an, gab dem einen wie dem anderni Hoffnungen genug, um von ihnen das, was für seine Regierung vonWichtigkeit war, zu erlangen, ließ sich aber weder in die eine noch in die! andere Sache verwickeln. Nachdem er Alles wohl erwogen, kam er zu! dem Urtheile, daß auf Seiten Spaniens weniger zu hoffen, weniger

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