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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
Entstehung
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Fünftes Auch.

(1643 1645.)

Lage der Parteien und Entstehung der Jndepcndenten.Stimmung des Hofesin Oxford. Der König schließt mit den Jrländern einen Waffenstill-stand Parlament in Oxford. PtM's Tod Fcldzug von 1644.Schlacht von Marston Moor. Niederlage des Grafen Effex in Corn-wallis. Zwischen den Häuptern der PreSbyteriauer und Cromwellbrechen Mißhelligleiten aus. Man versucht zu unterhandeln. DieSelbstverlcugnungs-Bill. Land« Prozeß und Tod. Unterhandlungenzu Uxbridge. Reorganisation des Parlamentsheeres. Fairfax wird zumGeneral ernannt. Essex nimmt seine Entlassung.

Die Freude der Presbyterianer hatte ihren höchsten Gipfel erreicht.Das Parlament verdankte ihrem Anführer seine Rettung; ihre Feindeschwiegen. Das der Ankunft nahe schottische Heer verhieß ihrer Sacheeine unfehlbare Stütze, sie glaubten von nun an allein über die Reformen,wie im Kriege gebieten, und beide nach Belieben fortsetzen oder einstellenzu können.

In den Kammern, und außer denselben, zu London und in den Graf-schaften, gab sich ihre Herrschaft bald durch einen neuen Anfall von reli-giöser Inbrunst und Tyrannei kund. Die Theologen-Versammlungerhielt den Befehl einen Plan zur Kirchenregierung auszuarbeiten; vierschottische Theologen wurden herbeigerufen um an dem großen Planeder Partei, der Gleichförmigkeit des Cultus der beiden Nationen, mitzu-wirken. Die mit der Untersuchung des Wandels und der Lehre derangestellten Geistlichkeit beauftragten Comites verdoppelten in allen Pro-vinzen ihre Thätigkeit und Strenge. Fast 2000 Pfarrer wurden vonihren Stellen vertrieben, viele andere, die als Anabaptistcn, Brownisten,Jndependenten u. s. w. verfolgt wurden, sahen sich durch Dieselben indie Gefängnisse geworfen, welche vor kurzem noch darin mit ihnen ihregemeinschaftlichen Verfolger verwünscht hatten. Wer in der City sichweigerte den Covenant zu unterzeichnen, wurde für unfähig erklärt imCommuualrathe zu sitzen, ja selbst zur Wahl desselben mitzuwirken. DasParlament hatte vom Beginn des Krieges an alle Theater schließenlassen, ohne aber eine religiöse Verurtheilung darüber auszusprcchen, eshatte sich darauf beschränkt zu sagen, daß die Zeiten öffentlicher Be-trübniß eher der Reue und dem Gebet, als dem Vergnügen geweiht wer-den müßten. Jetzt wurde dasselbe Verbot auf alle Vergnügungen, alledes Sonntags und an Festtagen gebräuchliche Spiele des Volks im gan-zen Reiche ausgedehnt. Keines davon ward verschont, wie alt und un-schuldig es auch sein mochte. Die Maibäume, welche seit Jahrhunder-ten schon das erfreute Volk bei der Rückkehr des Frühlings pflanzte,