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Einleitung.
nur noch ein unbequemer Tadler und ein blosstellender Minister war,schmählich verlassen.
Man hat Clarendon's Sturz den Mangeln seines Charakters undeinigen Fehlern oder Unfällen seiner innern und äußern Politik zuge-schrieben , hierbei aber die Größe der Ursachen, welche über das Loosausgezeichneter Männer entscheiden, verkannt. Die Vorsehung, welcheihnen eine so ernste Aufgabe auferlegt, behandelt sie nicht mit solcherStrenge, daß sie ihnen keine Schwächen nachsähe und sie leichthin wegeneiniger einzelnen Fehler oder Unfälle stürzte. Andere große Minister, wieRichelieu, Mazarin, Walpole, haben eben so ernste Mangel gehabt, ebenso große Fehler begangen und eben so schwere Niederlagen erlitten wieClarendon, aber sie begriffen ihre Zeit, die Ansichten und Bestrebungenihrer Politik standen mit den Bedürfnissen derselben, der Lage und derallgemeinen Bewegung der Geister im Einklänge. Clarendon täuschtesich über seine Zeit. Er verkannte die Bedeutung der großen Ereignisse,welchen er beigewohnt hatte; er betrachtete und behandelte das, was von1640 bis 1660 vorgegangen war, als einen Aufstand, nach dem nurdie Ordnung und die Gesetze wieder zur Geltung zu bringen waren,nicht als eine Revolution, die zwar die englische Gesellschaft in trau-rige Verirrungen gestürzt, sie aber auf neue Wege gebracht hatte und demwieder eingesetzten alten Königtbume neue Regeln des Verbaltens auf-erlegte. Von den großen Resultaten, welche diese Revolution, selbst be-siegt, England hinterlassen hatte, nahm Clarendon die nothwendige Mit-wirkung des Parlaments mit Aufrichtigkeit und den Triumph des Pro-testantismus mit Freude an. Den zunehmenden Einfluß des Unter-hauses auf die Regierung des Landes verwarf er, bekämpfte ihn hart-näckig und wußte die Mittel, durch welche diese neue Erscheinung fürdie Sicherheit und selbst die Stärke der Monarchie nutzbringend gemachtwerden konnte, weder zu erkennen, noch zu üben. Es war einer von denIrrthümern, die nicht durch seltene Talente und Tugenden gut gemachtwerden können und die, dem unerbittlichen Schicksale der öffentlichenMänner gemäß, sonst leichte und unbedeutende Fehler oder Niederlagentödtlich machen.
Nach den redlichen Rathgebern des alten Königthums kamen dieWüstlinge des neuen Hofes. An ihrer Spitze Buckingham und Shaftes-bury. Der Eine ausschweifend, geistreich, leichtfertig und dreist; derAndere ehrgeizig, tief und kühn; Beide gleich verderbt und in der Kunstdes Verderbens erfahren; Beide bereit unablässig zum Nutzen ihrerGlücksumstände oder zum Vergnügen ihrer Eitelkeit vom Hose zumPöbel und von der Regierung zur Winkelpartei überzugehen. Sie unter-nahmen es, dem Parlament, den Dissidenten, allen Gefühlen des Volks,