Seine Auflösung.
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1. Buch.
werden durfte, an sich reißen. Das Parlament wurde kaum vier Mo-nate nach seiner Einberufung aufgelöst.
So waren Fürst und Volk, trotz ihrer beiderseitigen Wohlgesinnt-heit, nur zusammengekommen, um sich zu verletzen. Sie trennten sich. ohnedaß der Eine oder der Ankere sich schwach gefühlt oder geglaubt hätte,im Unrecht zu sein, und gleich stark von der Nechtmäßigkeir ibrer An-sprüche überzeugt und entschlossen, darin zn verharre». Die Gemeinenbetheuerten, daß sie dem Könige ergeben seien, ihm aber ihre Freiheitennicht abtreten würden. Der König sagte, daß er die Rechte seiner Un-terthanen achte, aber allein zu regieren wissen werde.
Hierzu machte er sogleich den Versuch. An die Lordlieutenantsder Grafschaften gesendete Geheime-Raths - Befehle trugen ihnen auf,das Geld, dessen der König bedurfte, leihweise aufzunehmen. Sie soll-ten sich an die reichen Bürger wenden und dem Hofe die Namen Der-jenigen mittheilen, welche sich zu leihen weigerten oder im Rückständeblieben. Man rechnete noch auf die Zuneigung und Furcht. Zu gleicherZeit stach die Flotte in See, »m eine Unternehmung gegen Cadix. dessenHafen mit reich beladenen Schiffen gefüllt war, zu versuchen. Um demVolke jedoch in Etwas zu Willen zu sein, erhielt die Geistlichkeit denBefehl, gegen die Papisten einzuschreiten; man verbot ihnen, sich ohneErlaubniß weiter als auf fünf Meile» von ihrem Wohnorte zu entfer-nen, schärfte ihnen ein, die Kinder, welche sie auf dem Conttnente er-ziehen ließen, zurückzurufen und entwaffnete sie. Die Gemeinen hattenihre Rechte gefordert und man gewährte ihnen dafür einige Bedrückun-gen gegen ihre Feinde.
Sie waren mit diesem verächtlichem Anskunftsmittel nicht zufrie-den, und die Verfolgung der Papisten selbst übrigens zweideutig undverdächtig, da ihnen der KönigDispensationen verkaufte oder unter derHand Gnadenbriese gab. Die Anleihe brachte dem Schatze nur wenigein; das Unternehmen gegen Cadix scheiterte; das Publikum gabder Unfähigkeit des Admirals und der Trunksucht der Truppen dieSchuld des Mißlingens, und daß die Regierung, weder ihre Anführerwählen, noch über die Sitten ihrer Soldaten wachen könne. Seitder Auflösung des ersten Parlaments waren kaum sechs Monate ver-gangen, als man ein zweites für nothwendig erkannte. Der Groll warnoch nicht tief in die Seele des jungen Königs gedrungen und sein Des-potismus zugleich zuversichtlich und schüchtern. Er glaubte, daß die Ge-meinen froh sein würden, so bald wieder kommen zu dürfen, und hofftevielleicht auch, daß die ihnen bewiesene Festigkeit ihm von ihrer Seitemehr Nachgiebigkeit verschaffen werde. Endlich hatte er auch Maßregelngetroffen, um die beliebtesten Redner vom Parlamente fernzuhalten.