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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
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92 Buckingham. 1. Buch.

daß sich das Volk für diese Sache mit Enthusiasmus bewaffnen oderdoch wenigstens belasten lassen werde.

Es wurde eine allgemeine Anleihe im gleichen Belauf wie die Sub,sidien, welche das Parlament versprochen, aber nicht votirt hatte, ausge-schrieben. Man trug den Commiffären auf, die Widerspenstigen über ihreWeigerung zu befragen und zu untersuchen, durch wen, durch welche Re-den und in welcher Absicht sie dazu veranlaßt worden seien. Es war zu-gleich ein Angriff auf das Eigenthum und eine Untersuchung über ihreöffentliche Meinung. Einige Regimenter durchzogen die Grafschaftenoder wurden auf Kosten der Einwohner in denselben einquartiert. DieHäfen und Küstenbezirke erhielten den Befehl, Bewaffnete und ausge-rüstete Schiffe zu liefern der erste Versuch zum Schiffszolle. Manverlangte von der City von London deren zwanzig. Diese bemerkte dar-auf, daß die Königin Elisabeth, um die unbesiegbare Flotte Philipp II.zurückzuschlagen, weniger gefordert habe, und erhielt die Antwort, daßaus der Vergangenheit Gehorsam, nicht aber Widerspruch zu lernen sei.Um diese Sprache zu rechtfertigen, ließ man überall den blinden Gehor-sam predigen. George Abbott, Erzbischos von Canterbury, ein beimVolke beliebter Prälat, weigerte sich in seiner Diöcese den Verkauf die-ser Predigten zu erlauben, und wurde dafür von seinem Amte suspendirtund verbannt.

Man hatte zu stark auf die Leidenschaften des Volkes gerechnet.Dieses ließ sich nicht dazu bewegen, seine Freiheit um seines Glaubenswillen zu vergessen. Uebrigens setzte es auch Mißtrauen in die Aufrich-tigkeit dieses neuen Religionseifers und meinte, daß es den Reformir-ten des Kontinents weit bessere Unterstützung gewähren würde, wennman cS ihm freistellte und das Parlament einriefe. Viele Bürger weigertensich au der Anleihe Antheil zu nehmen. Diejenigen, welche unbekanntund schwach waren, wurden gewaltsam in die Flotte oder das Heer ein-gereiht, Andere aber in die Gefängnisse geworfen oder mit Sendungenin ferne Gegenden, die sie nicht zurückweisen durften, beauftragt. DieUnzufriedenheit beschränkte sich, ohne in Aufstände auszubrechen, nichtauf bloßes Murren. Fünf auf einen Geheime-Raths-Befehl hin verhaf-tete Edelleute verlangten von dem Gerichtshöfe der KingSbench, als Rechtjedes Engländers, ihre Freilassung gegen Kaution. Ein gebieterischerKönig und ein gereiztes Volk drangen aus Entscheidung des Prozesses.Der König forderte von den Richtern, daß sie den Grundsatz ausspre-chen sollten, daß kein auf seinen Befehl Verhafteter zur Cautionsleistungzugelassen werden dürfe. Das Volk wollte wissen, ob denn den Verthei-digern seiner Rechte alle Garantiern geraubt seien. Der GerichtshofVerwarf ihr Gesuch und sendete sie wieder ins Gefängniß ohne jedoch