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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
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103
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1. Buch. Zweite Sitzung. 103

solchen Wortbruch zu öffentlich zu machen; ihr Schweigen war abernicht Vergessen.

Alle Angriffe gegen die Duldung der Papisten, die den Irrlehrenbewiesene Gunst, die Erschlaffung der Sitten, die ungerechte Verthei-lung der Würden und Aemter, das Verfahren der Ausnahmsgerichte,die Mißachtung der Unterthanenrechte begannen von Neuem.

Die leidenschaftliche Aufregung der Kammer war so groß, daß sieeines Tages in tiefem Schweigen und mit Gunst die Rede eines unbe-kannten, schlecht gekleideten, unedel aussehenden Mannes anhörte, der,zum ersten Male sprechend, wie ein Rasender und in schlechten Aus-drücken die Nachsicht eines Bischofs gegen einen unbekannten Prediger,einen, wie er sagte, gemeinen Papisten, schmähte. Es war OliverCromwell.

Karl bemühte sich umsonst, den Gemeinen die Genehmigung derZölle, für ihn der einzige Zweck ihrer neuen Berufung, abzuringen; erwendete bald Drohungen, bald Güte an, gestand, daß er diese Steuern,wie alle andern, der reinen Güte seines Volkes verdanke, und daß esnur dem Parlamente zustehe > sie zu bewilligen, forderte aber immernoch, sie ihm für die ganze Dauer seiner Regierung zu gewähren, wieseinen meisten Vorgängern. Die Gemeinen blieben unerschütterlich, eswar die einzige Waffe, die sie noch zur Vertbeidigung gegen den Ab-solutismus besaßen. Sie entschuldigten sich über ihre Zögerung, be-harrten jedoch darin und fuhren fort, ihre Beschwerden auseinanderzu-setzen , aber ohne bestimmten Zweck, ohne, wie in der vorhergehendenSitzungsperiode, klare und bestimmte Ansprüche zu erheben sie be-fanden sich in heftiger, aber unbestimmter Aufregung und waren vomGefühle eines Uebels bewegt, von dem sie nicht wußten, wie sie es hei-len sollten. Der König wurde müde, seine Forderung abschlagen zusehen, ohne daß man ihm eine andere vorlegte, die er zurückweise» oderannehmen könne, es wurde bekannt, daß er die Kammern vertagenwolle, Sir John Elliot schlug in der Eile eine neue Beschwerde gegendie Erhebung der Zölle vor. Der Sprecher weigerte sich, indem ersich aus einen Befehl vom Könige berief, darüber abstimmen zu lassen.Als man daraus bestand, verließ er seinen Stuhl, aber Holles, Valen-tine und andere Mitglieder führten ihn, trotz der Versuche, die dieFreunde des Hofes machten, um ihn ihren Händen zu entreißen, ge-waltsam wieder darauf zurück.Bei Gott," sagte Holles zu ihm,Ihrwerdet sitzen bleiben, bis es dem Hause gefällt, auseinanderzugehen."Ich will nicht, ich kann nicht, ich wage es nicht!" rief der Spre-cher. Die Leidenschaften waren aber entzügelt, man zwang ihn, sichwieder zu setzen. Sobald der König davon Nachricht erhielt, ließ er