2. Buch.
Schottischer Aufstand.
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Versammlungen, Alles, was sich im Geheimen und fern von den Augendes Volkes ausführen ließ war gelungen. Sobald aber endlich um dasWerk zu Ende zu bringen, die öffentliche Religionsübung verändertwerden mußte, gerade an dem Tage. wo die neue Liturgie in derKathedrale von Edinburgh in Kraft gesetzt ward, wurde Alles umge-stürzt. In wenigen Wochen führte eine schleunige allgemeine Erhebungeine ungeheure Menschenmenge aus allen Ständen nach Edinburgh, umgegen die Neuerungen, womit die Religionsübung bedroht war, Ein-spruch zu erheben und durch ihre Gegenwart diesen Einspruch zu unter-stützen. Sie erfüllten die Häuser und Straßen, lagerten sich vor denThoren und unter den Mauern der Stadt, belagerten den Saal desgeheimen Raths, der umsonst von dem selbst belagerten Stadtrathe Hilfeverlangte, schmähten die Bischöfe, wenn sie sich öffentlich blicken ließen,und setzten endlich auf dem Marktplatze gegen sie eine Anklage der Ty-rannei und Götzendienerei auf, die von Geistlichen, Edelleuten und selbsteinigen Mitgliedern des hohen Adels unterzeichnet wurde. Der Königließ, ohne auf die Klage zu antworten, den Bittstellern gebieten, sichzu entfernen, was sie weniger aus Gehorsam als von der Nothwendig,keil getrieben thaten, aber einen Monat später noch zahlreicher wieder-kamen. Diesmal fand keine Unordnung statt, die Aufregung war ernstund schweigsam, die obern Klaffen hatten sich dem Streite angeschlossen,in vierzehn Tagen wurde eine regelmäßige Organisation des Wider-standes vorgeschlagen, angenommen und in Kraft gesetzt, ein aus denverschiedenen Klaffen des Volkes erwählter hoher Rath erhielt den Auf-trag, das gemeinschaftliche Unternehmen fortzuführen, und in jeder Graf-schaft und Stadt führten ihm untergebene Räthe seine Instruktionenaus. Der Ausstand war verschwunden aber bereit, aus den Ruf derRegierung, welche er sich gegeben, von Neuem aufzutreten.
Endlich antwortete Karl. Aber nur um die Liturgie zu bestätigenund den Bittstellern bei Strafe des Verrathes das Versammeln zu ver-bieten. Der schottische Staatsrath hatte den Auftrag, die königliche Pro-klamation bis zum Augenblicke ihrer Verkündigung geheim zu halten.Die Häupter des Aufstandes waren mit derselben jedoch schon vor ihrerAnkunft bekannt; sie beriefen sofort das Volk zur Unterstützung seinerVertreter zusammen, der Staatsrath ließ, um ihnen zuvorzukommen, dieProklamation publiciren, aber in demselben Augenblicke und dicht hinterden Herolden des Königs, ließen zwei Pairs des Reiches, Lord Humeund Lord Lindsay, im Namen ihrer Mitbürger einen von ihnen unter-zeichneten Protest ablesen und öffentlich anschlagen. Andere übernahmenüberall, wo die königliche Proklamation verlesen und angeschlagen wurde,das gleiche Amt. Die von Tag zu Tag aufgeregter, bedrohter und eini-