3. Buch.
Eröffnung des Parlaments.
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Der König hatte sich kaum entfernt, als auch seine wenigen Die-ner an den sich bildenden Gruppen und ihren Gesprächen erkannten,daß der Groll des Volkes selbst ihre Befürchtungen noch überstieg. DieAuflösung des letzten Parlaments hatte selbst die Gemäßigtsten erbittert.Jetzt sprach Niemand mehr von Versöhnung oder Vorsicht. Der Tag,hieß es, sei gekommen, wo man die ganze Gewalt der Kammer entfaltenund alle Mißbrauche so ausjäten müsse, daß keine Spur mehr davonzu fürchten sei. So standen sich mit sehr ungleicher Macht gleich trotzigeIdeen gegenüber. Seit eilf Jahren hatten der König und die Kircheihre absolute unabhängige Souveränetät, ihr göttliches Recht, ausgespro-chen, und Alles aufgeboten, um die Nation zum Gehorsam dagegen zubewegen oder sie dazu zu zwingen. Unfähig, dies durchzusetzen, dessen-ungeachtet aber immer noch mit den gleichen Grundsätzen im Munde,kamen sie in ihrer Ohnmacht, um von einer Versammlung Hilfe zuverlangen, die, ohne sie als Prinzip aufzustellen oder prunkend zurSchau zn tragen, ebenfalls an ihre Souveränetät glaubte und sich fähigfühlte, dieselbe auszuüben.
Sie begann damit, daß sie alle ihre Beschwerden öffentlich auf-stellte. Jedes Mitglied hatte eine Petition aus seiner Stadt oderGrafschaft mitgebracht, es verlas sie, nahm dieselbe zum Thema einerRede und trug darauf an, daß die Kammer, bis wirksamere Maßregelngetroffen werden könnten, wenigstens diese Klagen als rechtmäßig an-erkennen möge. So trat in wenigen Tagen und von allen Seiten dieStimmung des Landes hervor; so überblickte und verdammte manschnell alle Handlungen der Tyrannei, die Monopole, das Schiffsgeld,die willkürlichen Verhaftungen, die Uebergriffe der Bischöfe, die Proce-duren der Ausnahmegerichte. Alle diese Beschlüsse gingen ohne Wider-rede durch und die Einstimmigkeit war so groß, daß man mehrere aufAntragen von Männern annahm, die bald daraus die vertrautestenRäthe des Königs wurden.
Als ob dieses Mittel noch nicht hinreichend gewesen wäre, umAlles zu enthüllen, wurden mehr als vierzig Comite's in der Kammererrichtet, um die Mißbräuche aufzusuchen und die Klagen der Staats-bürger entgegenzunehmen. Tagtäglich kamen Bürger und Landleuteschaarenweise nach London geritten, um die ihrer Stadt oder ihres Be-zirkes zu überbringen. Ueberall wurden Anklagen angeregt; sie erschalltenvon der Kanzel wie aus den öffentlichen Plätzen, wurden, woher, und inwelcher Form sie auch erscheinen mochten, begierig aufgenommen undmit dem gleichen Vertrauen begrüßt, ob sie sich nun ohne besondere Aus-führung gegen die ganze Regierung richteten, oder ob sie Individuennannten, um, ohne Beruf dazu, ihre Züchtigung zu fordern. Die Macht