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Karl geht nach Schottland.
3. Buch.
vergnügte Heer befand sich auf dem Wege des Königs, und die Verbin-dungen der Königin mit dem Kontinente waren seit langer Zeit schonverdächtig. Diese beiden unerwarteten und gleichzeitigen Reisepläne ge-währten dem Mißtrauen die gewünschte Nahrung. Es war begründet.Karl, der in London weder Kraft noch Ansehen besaß, und von unnützenHöflingen oder erschreckten Räthen umgeben war, hatte seine Blicke demReiche seiner Väter und den absoluten Königen von Europa zugewen-det. Er gedachte in Schottland Alles, was man von der Kirche undKrone verlangte, zu bewilligen, so die Gunst des Volkes zu gewinnenund den Adel mit Gunstbeweisen zu überlaufen. In der Armee konntenseine Gegenwart und Worte nicht ermangeln, die Zahl seiner Anhängerzu vermehren. Was den Kontinent betraf, so waren seine Absichten we-niger scharf bestimmt. Er suchte, jedoch ohne auf Krieg zu sinnen, oderihn selbst vorherzusehen, bereits Geld und Verbündete. Die Gemeinensprachen ihren Verdacht nicht aus, verlangten aber, daß die KöniginLondon nicht verlassen und der König seine Abreise verschieben solle.Karl ließ einigen Umnuth durchblicken, und that, als ob er dieses Ver-langen für eine grundlose Laune halte. Um sie auf den Glauben zu bringen,daß er kein Gewicht auf seine Antwort lege, verwies er die Gemeinen andie schottischen Kommissäre, die ihn, wie er sagte, baten, seine Reise zubeschleunigen, und an die Königin selbst. Die Schotten gaben gern ihreZustimmung für den Aufschub, und die Königin versprach mit guterMiene, daß sie sich nicht entfernen werde. Die Gemeinen verlangten,auf einen Augenblick beruhigt, eifrig die bisher absichtlich verzögerte Auf-lösung des Heeres. Von den Kammern ausgestellte Verschreibungen ver-bürgten den Truppen die schleunigste Bezahlung ihres Solds. Um dafürzu sorgen, ließen eifrige Bürger ihr Silbergeschirr cinschmelzen, und eswurden neue Anlesen und neue Steuern ausgeschrieben. Unterdessenging die Abdankung aus Mangel an Geld, und durch den bösen Willenvieler Officiere nur langsam von Statten. Der König freute sich insge-heim darüber, die Gemeinen versanken von Neuem in ihre Beängstigung.Die bestimmte Frist lief ab, die Kammer bat um eine zweite, aber ohneErfolg, der König kündigte an, daß er abreisen werde. Man versuchtedie Ernennung eines Statthalters des Reiches durchzusetzen, damit dieGeschäfte keinen Aufschub leiden sollte», aber auch diese Idee blieb er-folglos. Der König begnügte sich damit, den Grafen von Effex zumObergeneral im Süden des Trent zu ernennen und reiste am 10. Au-gust mit Hoffnungen, die seine Reden durchschimmern ließen, derenGrund man aber umsonst zu erforschen suchte, ab.
Die Gemeinen sahen bald ein, daß es unnütz sein werde, in seinerAbwesenheit müßig zu tagen. Weit wichtiger war es für sie, ihre Gegner