3. Buch.
Kriegsrüstungen.
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Wahrheit, ohne Rücksicht auf den Preis, verfolgt, und wollte zugleich,in ihren Gedanken bescheiden, ihren Sitten liebevoll treu, von Achtungfür ihre alten Gesetze erfüllt, glauben, daß sie, weit entfernt daran etwaszu ändern, nichts thue, als ihnen huldigen, und sie wieder in Kraftsetzen. Dies hatte ein eigenthümliches Gemisch von Kühnheit und Furcht-samkeit, Aufrichtigkeit und Heuchelei, in den officicllen und freien Schrif-ten, womit damals England überschwemmt wurde, zur Folge. Der Enthu-siasmus der Gemüther war grenzenlos, die Bewegung allgemein, uner-hört, ungeordnet; in London, Uork und allen großen Städten des Rei-ches vervielfältigten und verbreiteten sich nach jeder Richtung hin Flug-schriften, und regelmäßig wie unregelmäßig erscheinende Journale, indenen politische, religiöse und historische Fragen, Neuigkeiten, Predigten,Pläne, Rathschläge, Schmähungen, kurz Alles abgehandelt, erzählt undbesprochen wurde; freiwillige Boten trugen sie auf dem Lande umher;bei den Assisen, an den Markttagen, vor den Kirchthüren drängte mansich, um sie zu kaufen oder zu lesen, und in diesem Ausbruche aller Ge-danken, mitten unter dieser so neuen Berufung an die öffentliche Meinungwurden, während auf dem Grunde aller Schritte und Schriften schondas Princip der Volkssouveränetät im Kampfe mit dem göttlichen Rechteder Krone herrschte, die Gesetze und Statuten, Ueberlieferungen und her-kömmlichen Gebräuche unablässig als einzige rechtmäßige Richter derDebatte angerufen; und die Revolution war überall, ohne daß es Je-mand zu sagen, oder sich vielleicht auch nur selbst zu gestehen gewagthätte.
Bei diesem Zustande der Gemüther war die moralische Lage desParlaments eine falsche; denn da die Revolution durch dasselbe und z» seinemVortheile von Statten ging, und es genöthigt war, dieselbe zugleich zubewirken und zu leugnen, strafte» sich seine Handlungen und Worte ab-wechselnd Lügen, und es schwebte in einer peinlichen Stellung, zwischender Kühnheit und List, der offenen Gewalt und der Heuchelei. AlsAus-nabmsmaßregeln und Maximen betrachtet, die sich auf kritische Zeitenbezogen, und mit der Nothwendigkeit dazu aufhörten, waren seine Grund-sätze richtig und seine Beschlüsse rechtmäßig: aber die Parteien fügen sichnicht so darein nur eine vorübergehende Rechtmäßigkeit zu besitzen; dieVölker geben sich nicht vorübergehenden Lehren und Interessen mitEnthusiasmus hin; in dem Augenblicke, wo sie nur von der Gegenwartbeherrscht, und ihre Ansichten und Thaten nur von dieser bewirkt wer-den, wollen sie an,de» dauernden Bestand ihrer Ideen und Werke glau-ben, und die Zukunft im Namen der ewigen Wahrheit ordnen. Nichtdamit zufrieden, sich der souveränen Gewalt bemächtigt zu haben, ent-schied das Parlament als Princip, und wie um die gesetzliche Ord-