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Rudyard'S Rede.
3. Tuch.
was der Ehre des Hauses und dem Erfolge dieses Parlaments geziemt,aufs tiefste durchdrungen. Um aber die Lage, worin wir uns jetzt be-finden, besser beurtheilen zu können, wollen wir uns um drei Jahre zu-rückversetzen. Wenn uns damals Jemand gesagt hätte, daß in dreiJahren die Königin aus irgend einem Grunde aus England nach denNiederlanden gegangen daß sich der König von seinem Parlament, vonLondon nach Dork, begeben und erklärt haben würde, daß er hier nichtsicher sei, daß ganz Irland in Rebellion und solche Uneinigkeit in derKirche und im Staate herrschen würde, wie wir jetzt finden, so würdenwir sicherlich beim Gedanken daran gezittert haben. Es geziemt uns da-her auch, es jetzt zu fühlen, da wir darin sind. Wenn uns dagegen Je-mand damals glaubwürdig versichert haben könnte, daß wir in dreiJahren ein Parlament haben würden, daß das Schiffsgeld durch eineParlamentsakte aufgehoben, die Monopole, die hohen kirchlichen Ge-richtshöfe, die Sternkammer, das Stimmrecht der Bischöfe abgeschafft,der Staatsrath geregelt und in Schranken gewiesen, die Forsten be-grenzt und beschränkt sein, daß wir ein dreijähriges Parlament undmehr als das. ein ewiges Parlament, haben würden, welches Niemand,außer uns selbst, auflösen können sollte, so würden wir dies für einenTraum des Glückes gehalten haben. Jetzt, wo wir aber im wirklichenBesitz davon sind, haben wir keinen Genuß daran. Wir verlangen wei-tere Bürgschaften, während schon der Besitz dieser Dinge die besteBürgschaft davon ist, da sie einander gegenseitig sichern. Wir wollenuns daher hüten, daß wir nicht eine solche gewagte unsichere Bürgschaftsuchen, die das, was wir schon besitzen, gefährdet. Wir wollen nichtdenken, daß wir Nichts haben, weil wir nicht Alles haben, was wirwünschen, und wenn wir es auch hätten, so könnten wir doch keine ma-thematisch gewisse Bürgschaft machen. Alle menschlichen Vorsichtsmaß-regeln sind dem Verderben und der Unzulänglichkeit ausgesetzt. DieVorsehung Gottes läßt sich nicht fesseln, der Erfolg muß von Ihm kom-men. Herr Sprecher, es ist jetzt nöthig, daß wir alle Weisheit, die wir be-sitzen, aufbieten, denn wir stehen aus dem Punkte, in Brand und Ver-wirrung zu gerathen. Wenn sich einmal Blut mit Blut vermischt, sowerden wir in ein sicheres Unglück stürzen und müssen einen ungewissenErfolg abwarten, Gott weiß bis wann und Gott weiß was. Hier istJeder gehalten, sich gewissenhaft auss Aeußerste zu bemühen, Blutver-gießen zu verhüten. Das Blut ist eine himmelschreiende Sünde, es be-sudelt das ganze Land. Retten wir unsere Freiheiten und Güter, sodaß wir dabei auch unsere Seelen retten. Ich habe jetzt mein Gewissenklärlich erleichtert und überlasse einen Jeden dem seinigen." Es warein vergeblicher Ausruf eines Ehrenmannes, dem nichts mehr übrig