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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
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Oxforder Unterhandlungen.

4. Buch.

nung ist uns noch geblieben, daß unser Unglück nicht lange dauern kann,denn wir können uns hier nicht schlagen, wie es in Deutschland geschieht,in jenem weitläufigen Lande, wo der Krieg an mehr als einem Orte seinkann, ohne daß es an friedlichen Aeckern fehlt, wo man säet und erntet,um sich zu ernähren. Wir, die wir überall vom Meere eingeengt sind,kämpfen wie in einer Hahnengrube, wir haben keine anderen Wälle, alsdie Knochen unserer Schädel und unsere Rippen, gegen unsere Feinde.Man hat in diesem Hanse gesagt, daß wir in unserm Gewissen verbun-den seien, das Vergießen unschuldigen Blutes zu bestrafen. Wer wirdaber alles das unschuldige Blut zu verantworten haben, welches fließenwird, wenn wir nicht auf dem Wege eines schnellabgeschlossenen Ver-trages, zum Frieden schreiten? Man hat von Gottvertrauen gesprochen!Man kann bei einem Vertrage aber eben so gut wie im Kriege aufGott vertrauen. Er ist es, der Weisheit im Unterhandeln giebt, wie denMuth zum Kämpfe» und den Erfolg bei Negotiationen, so gut wie denin Schlachten, jenachdem es ihm gefällt. Das Blut ist eine um Racheschreiende Sünde, sie besudelt ein ganzes Land. Beeilen wir uns, dasBlutvergießen zu hemmen." Der Antrag wurde verworfen, aber nurmit einer Majorität von drei Stimmen, und die Worte Rudyard'swaren im Munde einer Menge von wackern Leuten. Die Häupter derGemeinen zitterten insgeheim, sich so gedrängt zu sehen, um einen, wonicht möglichen, doch mit Bedingungen, die ihn verderblich machen wür-den, verknüpften Frieden zu bitten. Sie gaben jedoch nach, denn nurwenige waren selbst unter ihren Freunden so leidenschaftlich, daß sieso viele Uebel als unvermeidlich hingenommen hätten, und am 20. Märzreisten nach wenigen vorläufigen Unterhandlungen fünf Kommissäre nachOxford ab, um zwanzig Tage lang über einen Waffenstillstand, undsodann über einen Vertrag zu berathen.

Der König nahm sie gut auf, ihr Verkehr mit dem Hose waredel und gewandt, der Präsident des Comite, Graf von Northumberland,entwickelte absichtlich eine große Pracht, er hatte seine Dienerschaft, seinTafelgeräth und seinen Wein nachkommen lassen, man sendete ihm vonLondon Mundvorräthe zu, die Royalisten besuchten ihn und speisten anseinem Tische, und selbst der König ließ sich herab, von ihm für denseinen einige Geschenke anzunehmen. Von den Gefährten des Grafen,die einfache Mitglieder des Unterhauses waren, fanden einige Vergnügendaran, mit gleichem Aufsehen in Oxford aufzutreten. Als man aber andas Unterhandeln kam, waren diese glänzenden Demonstrationen erfolg-los ; weder das Parlament noch der König konnten gegenseitig ihre Be-dingungen annehmen, die dieselben waren, welche man vor dem Kriegeschon offen zurückgewiesen hatte, und die entweder die eine oder andere