4. Buch.
Hampden's Tod.
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nahm fast Anstand, sich darüber zu freuen. Selbst der König dachte imersten Augenblicke an nichts, als diese Gelegenheit zu benutzen, um sich,in der Hoffnung einer wo möglich friedlichen Ausgleichung, mit diesemmächtigen Gegner auszusöhnen, der ihm so vielen Schaden zugefügt hatte,welchen man aber für fähig hielt, Alles wieder gut zu machen. DoktorGiles, ein Gutsnachbar Hampden's, der mit ihm in vertraulichen Ver-hältnissen geblieben war, befand sich in Oxford. „Erkundigt Euch, wieaus eigenem Antriebe, nach dem Verwundeten; wenn es ihm an Chirur-gen fehlte, so würde ihm der meinige zur Verfügung stehen." — „Sire,"sagte der Doktor, „ich bin zu diesem Unternehmen wenig geeignet. Jedes-mal, wo ich von Mr. Hampden etwas verlangt habe, bin ich für ihn einUnglücksvogel gewesen. Eines Tages bat ich ibn, Räuber, die mich be-stohlen hatten, verfolgen zu lassen, und eben als mein Bote zu ihm kam,erfuhr er den Tod seines ältesten Sohnes. Ein anderes Mal, wo ichihn ebenfalls um Vermittlung bat, theilte man ihm in demselben Augen-blicke mit, daß seine Lieblingstochter, Mrs. Knightley, gestorben sei. Un-ser Verkehr ist niemals gut für ihn ausgeschlagen." Der Doktor richtetejedoch den Auftrag des Königs aus. Als sein Bote am 24. Juni zuHampden kam, fand er ihn dem Tode nabe, seine Schulter war vonzwei Kugeln zerschmettert worden und er litt seit sechs Tagen schon diefurchtbarsten Schmerzen. Man sagte ihm indeß, wer sich nach ihm erkun-dige, indem man ihm wissen ließ, in welcher Absicht dies geschehen. Seinganzer Körner war davon heftig bewegt, man glaubte zu sehen, daß ersprechen wolle, er vermochte es aber nicht mehr, und starb wenige Minu-ten darauf. Sobald Karl seines Todes gewiß war, freute er sich darübermehr als wenn er ihn zur Annäherung geneigt gewußt hätte, und mansprach am Oxforder Hofe nur noch von ihm, um an seine Vergehen zuerinnern, oder mit triumphirender Miene zu bemerken, daß er in dersel-ben Grafschaft und in der Nähe desselben Ortes getödtet worden sei, woer zuerst die Verordnung des Parlaments wegen der Milizen in Aus-führung gebracht und Soldaten gegen den König ausgehoben habe.
Dafür gab sich in London, und fast im ganzen Reiche ein tieferSchmerz kund. Noch nie hatte ein Mann einem Volke so viel Zutraueneingeflößt. Jeder, der, in welchem Grade oder aus welchen Gründen esauch sein mochte, an der Nationalpartei hing, erwartete von Hampdendie Verwirklichung seiner Wünsche. Die Gemäßigtsten glaubten an seineMäßigung; die Heftigsten an seine Vaterlandsliebe; die Rechtschaffenstenan seine Redlichkeit; die Ränkesüchtigsten an seine Talente. Er wareben so vorsichtig und zurückhaltend, als bereit, allen Gefahren Trotz zubieten, hatte noch keine Erwartung getäuscht, besaß noch die LiebeAller, und vereitelte so Plötzlich alle in ihn gesetzten Hoffnungen. Er ge-