5. Buch.
Die Jndependenten.
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und wenn er sie gewählt hatte, so stellte er ihnen seine Sache anheimund offenbarte nur ihnen die Mittel, durch welche fie zum Siege gelan-gen mußte. Dergleichen Reden gaben die Freidenker ihren Beifall, vor-ausgesetzt, daß man die Revolution vollständig durchführte, und legtenwenig Gewicht auf die Beweggründe, da sie über die Wahl der Mittelnicht schwierig waren.
So bildete sich die Partei der Jndependenten, die viel wenigerzahlreich und unter dem Volke weit weniger angesehen als die der Pres-byterianer, aber bereits im Besitz des Uebergewichts war, welches einesystematische, vollkommen durchgeführte, stets von ihren GrundsätzenRechenschaft abzulegen und sich in alle Folgen derselben zu fügen be-reite Meinung gewährt. England befand sich damals in einer jenerherrlichen aber gefahrvollen Krisen, wo der Mensch seine Schwäche ver-gessend, um sich nur seinerWürde zu erinnern, von dem erhabenen Ehr-geize, nur der reinen Wahrheit zu gehorchen, aber auch von dem stolzen Wah-ne beseelt ist, seiner Ansicht alle Rechte der Wahrheit zu vindiciren. KeinePartei, mochte sie nun Politiker oder Sektirer, Presbyterianer, oderJndependenten heißen, wagte es, sich des Rechthabens und des Bewei-ses dafür entbunden zu halten. Die Presbyterianer scheiterten aber indieser Prüfung, denn ihre Weisheit gründete sich auf das Ansehen derThatsachen und Gesetze und nicht auf Principien, und sie verstanden nichtdurch die Vernunft allein die Gründe ihrer Nebenbuhler zurückzuschla-gen; nur die Jndependenten bekannten sich zu einer einfachen, scheinbarstrengen Lehre, die alle ihre Handlungen heiligte, für alle Bedürfnisseihrer Lage genügte und die starken Geister der Inkonsequenz, die red-lichen Gemüther der Heuchelei entband. Nur sie begannen auch einigevon den mächtigen Worten auszusprechen, die, richtig oder falsch ver-standen, im Namen der edelsten Hoffnungen die energischsten Leidenschaf-ten der Menschheit aufregen: Rechtsgleichheit, gerechte Vertheilung dersocialen Güter, Vernichtung aller Mißbräuche. Zwischen ihrem religi-ösen und politischen Systeme gab sich kein Widerspruch, zwischen denAn-sichrer» und Kämpfern kein geheimer Streit kund; kein ausschließlichesSymbol, keine strenggezogene Grenze erschwerte den Beitritt zu der Par-tei; gleich der Sekte, deren Namen sie angenommen hatten, hielten fie dieGewissensfreiheit für ihre Fundamentalmaxime, und der unermeßliche Um-fang der Reformen, welche sie beabsichtigten, die allumfassende Gewißheitihrer Pläne, gestatteten den verschiedenartigsten Menschen sich unter ihreFahne zu reihen. Rechtsgelehrte schlössen sich ihnen in der Hoffnung anden Geistlichen, ihren Rivalen, jede Gerichtsbarkeit und Herrschaft zurauben. Volksthümliche Schriftsteller versprachen sichvon ihnen eine neue,klare, einfache Gesetzgebung, die den Nechtsgelehrten ihre ungeheuern
Guijot»