5. Buch.
Stimmung des HofeS.
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testen und gewandtesten aller Höflinge, mit Hülfe Jermyn's gelungen, beider Königin wieder in Gunst zu kommen; umsonst entfaltete er alleseine Künste, um bei dem Könige wieder auf den frühern vertrauten Fußzu gelangen, indem er ihm bald ins Ohr flüsterte, bald es dahin zubringen wußte, ihn an ein Fenster zu ziehen, um Gelegenheit zu erhalten,oder sich wenigstens das Ansehen zu geben, insgeheim mit ihm zu sprechen;umsonst hatte er sogar in der Schlacht von Newbury tapfer als Freiwilligergekämpft und sein Blut zum Pfande seiner neuen Treue vergossen; nichtshatte die hochmüthige Wortkargheit des Königs zu besiegen, noch demGeschrei der Höflinge Schweigen aufzuerlegen vermocht, und weit ent-fernt davon der Annahme ihrer Dienste gewärtig zu sein, dachten diegeflüchteten Lords schon nur noch daran, sich so vielen Unannehmlichkeitenzu entziehen. Die Vertreter einer kräftigen Kriegsführung wurden mitgrößerer Gunst aber ohne bessern Erfolg aufgenommen. Der unglücklicheAuSgang der Belagerung von Gloucester hatte Oxford in eine eben soohnmächtige als zänkische Anarchie versetzt. Jeder warf dem Andern je-nes unglückliche Unternehmen vor, die Minister beklagten sich über dieUnordnungen im Heere, das Heer trotzte übermüthig den Vorwürfen derMinister; Prinz Rupert war, wiewohl sogar an Schlachttagen des Ge-horsams gegen jeden Andern als den König selbst, entbunden, auf denObergeneral eifersüchtig und dieser so wie alle Großen murrten laut überdie Selbstständigkeit und Grobheit des Prinzen. Der König, der in derPerson seiner Neffen die Würde seines Blutes achtete, konnte sich nichtentschließen, einem Unterthan gegen sie Recht zu geben und opfertediesem lächerlichen Stolz die Rechte, ja selbst die Dienste seiner nützlichstenFreunde auf. Hyde war der Einzige, der sich dergleichen Fehlern mitFreimüthigkeit widersetzte und dem es zuweilen gelang ihn davon abzu-bringen, aber Hyde selbst war dem Hofe fremd, besaß keinen andernGlanz undkeine Gewalt außer der seines Amtes und bedurfte der Unterstützung desköniglichen Willens bald gegen den Unmuth der Königin, bald gegen dieRänke eifersüchtiger Höflinge. Er behauptete seinen Ruf als einfluß-reicher Rathgeber und verständiger Mann, ohne aber ein wahrhaftesUebergewicht auszuüben, oder ein wichtiges Resultat zu erlangen. Kurzdie Zwietracht war in Oxford eben so groß wie in London und um sounheilvoller, da sie in London die Bewegungen beschleunigte, in Oxfordaber hemmte.
Mitten in allen diesen Verlegenheiten und wie er im Grund seinesHerzens seiner Partei vielleicht eben so müde wie seines Volkes gewor-den war, erfuhr Karl das neue Bündniß Schottlands mit dem Parla-ment, und daß sich folglich noch eins seiner Königreiche zum Kriege gegenihn anschicke. Er befahl sofort dem wieder in Besitz seines Vertrauens
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