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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
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Fairfax, General.

5. Buch,

stark, drangen die Gemeinen unablässig auf Annahme, die Lords gabennach, die Bill wurde angenommen und am 19. Febr., zwei Tage vordem Abbrechen der Unterhandlungen von Uxbridge, wurde Fairfax indas Unterhaus geführt und empfing, in einfacher und bescheidener Hal-tung neben dem ihm bereiteten Sitze stehend, die officiellen Glückwünschedes Sprechers.

Nach Westminster zurückgekehrt suchten die Häupter der Presby-terianer diese Niederlage wieder gut zu machen. Das Oberhaus beklagtesich bitter über beleidigende, selbst drohende Reden, die vor Kurzem imBetreff seiner gehalten worden waren und über das allgemein verbreiteteGerücht, daß die Gemeinen auf Abschaffung der Pairswürde sännen.Die Gemeinen antworteten durch eine feierliche Erklärung ihrer tiefenAchtung für die Rechte der Lords und ihrer festen Entschlossenheit, sieaufrecht zu erhalten. Die schottischen Kommissäre erließen im Namendes Covenants eine zugleich schüchterne und bittere Vorstellung an diebeiden Häuser. Die Gemeinen stellten, ohne sich daran zu kehren, denLords eine neue Bill zu, die Fairfax's Vollmacht noch erweiterte undaus seiner Bestallung die bisher in alle» analogen Dokumenten wieder-holten Worte:Für die Sicherheit des Königs zu wachen" wegließ.Die Lords stimmten dafür, diese Formel wieder einzurücken, die Gemei-meinen weigerten sich aber, dies zu thun.Diese Redensart," sagten sie,dient nur dazu, die Soldaten in Verlegenheit zu bringen, indem sie demKönig gestattet, sich, ohne je Gefahr zu laufen, an die Spitze seinesHeeres zu stellen."

Die Lords beharrten auf ihrem Verlangen und in drei aufeinanderfolgenden Debatten blieben trotz der lebhaftesten Bemühungen der Ge-meinen die Stimmen im Oberhause über diese Frage gleich. Alles bliebunentschieden, die Gemeinen erklärten, daß sie ihrerseits jetzt Alles ge-than hätten, was in ihrer Macht stehe, und wenn die Zögerung ein Un-glück nach sich ziehe, die Lords dafür dem Lande verantwortlich seien.Diese begannen des Widerstandes, der, wie sie voraus sahen, zu nichtsführte und bald ein Ende nehme» mußte, allmälig müde zu werden.Unterdessen kam der Marquis von Argyle aus Schottland an. DerKirche nach zu den Presbyterianern gehörend, neigte er sich in der Po-litik kühneren Ansichten zu, und die Jndependenten, besonders Vane undCromwell, knüpften bald enge Verbindungen mit ihm an. Argyle hatteüberdies unlängst erlittene Beschimpfungen zu rächen; gewandt und tief-blickend und leidenschaftlich thätig, aber im Rathe fester wie auf demSchlachtfelde, hatte er vor Kurzem der Niederlage der Schotten durchMontrose nur von der Mitte des See's von Jnverlochy aus beigewohnt,und seine Barke die Flucht genommen, sobald er seine Soldaten am User