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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
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6. Buch.

Flucht des Königs aus Oxford.

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fen gegriffen. Aufnahme gewähre oder sie verberge, oder der freiwilligeinen Kriegsgefangenen entschlüpfen ließe u. s. w. Noch kein Parlaments-beschluß hatte so sehr das Gepräge großen Schreckens getragen wiedieser.

Vane ließ seinerseits den Brief des Königs unbeantwortet, wenig-stens gab er ihm keinen Erfolg.

Mittlerweile rückten Fairsax's Truppen in Eilmärschen nachOxford, um es einzuschließen, und schon hatten, außer dem Corps desObersten Rainsborough zwei andere Regimenter im Angesichts der Stadtihr Lager aufgeschlagen. Der König ließ Rainsborough anbieten, sichihm zu ergeben, sofern er ihm sein Wort verpfände, ihn sogleich zumParlamente zu führen. Rainsborough gab eine abschlägige Antwort.In wenigen Tagen mußte die Blokade vollständig sein und was auchimmer ihre Dauer sein mochte, so war doch ihr Resultat ohne Zweifelkein anderes, als daß der König als Kriegsgefangener in die Händeder Feinde fiel.

Der einzige übrigbleibende Zufluchtsort, den er zu erreichen ver-suchen konnte, war das schottische Lager. Mehr aus Theilnahme an derunglücklichen Lage des Königs als aus Gehorsam gegen die Instruk-tionen Mazarin's, bemühte sich seit zwei Monaten der französische Ge-sandte v. Montreuil, ihm diese Zuflucht zu vermitteln. Obschon er anfangsvon den in London residirenden schottischen Commiffären abgewiesenwurde und sich auf einer Reise nach Edinburgh überzeugt hatte, daß ervom schottischen Parlamente nichts zu erwarten habe, hatte er sich zuletztan einige Führer der Belagerungsarmee von Newark gewendet, und ihreStimmung war ihm so günstig erschienen, daß er dem Könige im Namenund unter Gewährleistung des Königs von Frankreich versprechen zudürfen glaubte, daß ihn die Schotten als ihren rechtmäßigen König auf-nehmen, ihn und seine Gemahlin vor jeder Gefahr schützen und selbst ge-meinschaftlich mit ihnen aus allen Kräften zur Wiederherstellung desFriedens mitwirken würden. Zwar machten die schwankenden und dasbereits Zugesagte widerrufenden Reden der schottischen Officiere, diewohl den König retten, sich aber nicht mit dem Parlamente entzweienwollten, Montreuil bemerklich, daß er zu weit gegangen sei, auch berich-tete er dies aufs Schleunigste nach Oxford, allein die mit jedem Tagedringender werdende Gefahr ließ den König und Montreuil immer we-niger Ansprüche machen. Zudem forderte die Königin, welche von Parisaus noch im schottischen Lager Verbindungen und Agenten hielt, ihrenGemahl auf, sich den Schotten anzuvertrauen. In den späteren Unter-redungen erlangte Montreuil von den schottischen Officieren einige Zu-sagen, von denen er dem Könige sofort Nachricht zugehen ließ, er hatte