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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
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7. Buch.

DaS Heer entführt den König.

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doch seine Waffen nicht ab, und da man noch zauderte ihn vorzulassen,gerieth er in Zorn. Der König wurde von dem lärmenden Streiteerweckt, klingelte sogleich und befahl Joyce eintreten zu lassen. Mit un-bedecktem Haupte, immer noch das Pistvl in der Hand, schritt er mitentschlossener Miene aber ohne weitere Verletzung des Anstandes in dasZimmer. Der König hatte mit ihm, in Gegenwart der Commiffäre, dieer herbeiholen ließ, eine ziemlich lange Unterredung und entließ ihnendlich mit den Worten:Auf morgen früh, Mr. Joyce; ich werdegern mit Euch gehen, wenn mir Eure Soldaten bestätigen, was Ihrmir versprochen habt."

Um 6 Uhr am folgenden Morgen war Joyce's Trupp zu Pferde,und im Schloßhofe in Schlachtordnung aufgestellt. Als der König vonden Kommissären und seinen Dienern begleitet oben auf der Treppe er-schien, ritt Joyce an dieselbe heran.Mr. Joyce" begann der König,ich muß Euch fragen, kraft welcher Gewalt Ihr Euch meiner bemäch-tigen und von hier wegführen wollt?" -Sire, die Armee hat michdazu ermächtigt; sie sendet mich zu Euch, um die Absichten ihrer Feindezu vereiteln, die das Königreich abermals mit Blut überschwemmenwollen."Aber diese Gewalt ist aus kein Gesetz gegründet; ich kennein England keine andere als die meinige, und nach dieser die des Par-laments. Besitzt Ihr einen schriftlichen Befehl von Sir ThomasFairfax?"Ich habe meine Befehle von der Armee und der Ge-neral gehört zu ihr."Das ist keine Antwort; der General steht ander Spitze desHeeres; habt Ihr einen schriftliche» Auftrag?"Sire,ich bitte mich nicht weiter zu fragen, ich habe genug geantwortet."Nun Mr. Joyce, seid offen gegen mich und erklärt mir, von Wem IhrEuren Auftrag habt."Hier ist er, Sire."Wo?"Hier."Wo denn"Hier hinter mir!" und Joyce deutete nach seinenSoldaten. Lächelnd entgegnete der König:Bis jetzt habe ich nochnie einen solchen Auftrag gesehen; ich gestehe, er ist in schöner und sehrlesbarer Schrift geschrieben; die Herren sind sämmtlich vortrefflich be-waffnet und von gutem Aussehen. Aber wißt, daß Ihr Gewalt brau-chen müßt, um mich fortzuführen, wenn Ihr mir nicht versprecht mirmit Achtung zu begegnen und nichts zu verlangen, was mein Gewissenoder meine Ehre verletzen kann."Nichts, nichts!" schrieen die Sol-daten einstimmig,Es ist nicht unser Grundsatz," fügte Joyce hin-zu,das Gewissen irgend Jemandes, am wenigsten das unsers Königs,zu beschweren."Nun, meine Herren, wohin werdet Ihr michbringen?"Nach Oxford, Sire, wenn es Euch genehm ist."Nein, dort weht keine gute Lust."Dann nach Cambridge?"Nein, lieber nach Newmarket, die dortige Lust hat mir immer zuge-