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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
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Der König beim Heere.

7. Buch.

ein anderes Benehmen und eine andere Sprache annimmt, da er nurvon dem Verlangen beseelt ist, auf alle Fälle das Haupt der Siegerzu werden." Jreton, der innigste Vertraute Cromwell's, schien Berkleyjedoch mit Offenheit zu behandeln, theilte ihm die Vorschläge mit, welcheder Generalrath der Officiere vorbereitete und ließ sich selbst einige Ab-änderungen von ihm gefallen. Dem König waren noch keine so ge-mäßigten Anerbietungen gemacht worden; man forderte, daß er auf zehnJahre den Befehl über die Miliz und die Ernennung zu den oberstenStaatsämtern aufgeben, sieben seiner vornehmsten Rathgcber aus demReiche verbannen, dem Clerus, möchte er nun Bischöfe oder presbyteria-nische Prediger heißen, jede bürgerliche und strafende Gewalt abnehmen,kein seit dem Ausbruch des Krieges ernannten Pair zum Sitzen imOberhause zugelassen, kein Cavalier zum nächsten Parlamente erwähltwerden können sollte.Es muß doch," sagte Jreton zu Berkley.einUnterschied zwischen den Siegern und den Besiegten sein und erscheinen."Aber mit diesen schon weniger strengen Bedingungen, als die der Kam-mern, verknüpfte sich weder die Verbindlichkeit, die bischöfliche Kirche ab-zuschaffen, noch die, die Mehrzahl der Royalisten durch ungeheure Geld-strafen zu ruiniren, noch so zu sage», die legale Mundtodterklärungdes Königs und seiner Partei auf so lange, als es dem Parlamente ge-fallen werde. Allerdings verlangte das Heer dafür neue und im Grundewichtigere Reformen, eine gleichmäßigere Vertheilung der Wahlrechteund Staatsabgaben, die Veränderung des bürgerlichen Prozeßverfahrens,die Vernichtung einer Menge von politischen, gerichtlichen und commer-ciellen Vorrechten, kurz die Einführung einiger bisher unbekannter Gleich-heitsgrundsätze in die sociale Ordnung und die Gesetze. Aber selbst denGedanken ihrer Urheber nach richteten sich diese Forderungen nicht gegenden König, weder gegen seine Würde, noch gegen seine Gewalt, undNiemand glaubte, daß die Krone au dem Bestände der verfaulten Burg-flecken, der scandalösen Gewinnste der Advokaten, oder der Betrügereieneiniger Schuldner ein Interesse habe. Auch glaubte Berkley, daß dieseBedingungen von unverhoffter Milde und von der Art seien, daß einedem Verluste so nahe gewesene Krone seiner Ansicht nach noch nie umso wohlfeilen Preis wieder erlangt worden war. Er erbat sich die Erlaub-niß sie dem König insgeheim mittheilen zu dürfen, ehe sie ihm das Heerofsiciell vorlegte. Seine Ueberraschung war aber noch größer, als beiihrer ersten Zusammenkunft Karl die Bedingungen sehr hart fand undsich darüber äußerst unmuthig aussprach.Wenn man wirklich dieAbsicht hätte, mit mir abzuschließen, so würde man mir Dinge vorschla-gen, welche ich annehmen könnte." Berkley wagte einige Bemerkungenund ließ sich selbst über die Gefahren einer Weigerung aus.Nein,"