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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
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391
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8. Buch. den Verkehr mit dem König aufzugehen. 391

Von der Armee liefen zwei Erklärungen ein, die eine an das Unterhausvoller Glückwünsche und Drohungen gegen ihre Feinde; die zweite andie Lords, voll süßer Schmeichelworte, widersprach den über die Gefah-ren der Pairie ausgebreiteten Gerüchten und gelobte ihnen Schutz in al-len ihren Rechten. Die Feigen konnten nunmehr nach Belieben erschrek-ken oder sich beunruhigen, die Verhandlungen schritten rasch vorwärtsund als es zur letzten Abstimmung kam, (15. Jan. 1648), protestirtennur die Lords Warwick und Manchester gegen die Annahme der Bill.

Die Protestation, die sich im Königreiche dagegen erhob, war indeßum so heftiger und furchtbarer. Die Kavaliers riefen:So find alsodiese Anschuldigungen und Prophezcihungen, die man so oft als grund-los und verläumderisch bezeichnete, gerechtfertigt." Eine Menge vonsonst noch ungewissen Stimmen vereinigte sich mit ihnen, um dieser ver-abscheuungswürdigen Verrätherei zu fluchen. Bevor noch der Königaus die Erklärung des Parlaments zu antworten vermocht hatte, erschie-nen als Früchte des freiwilligen Eifers gemeiner Bürger mehrere Ant-worten gegen dieselbe.

Noch nie hatten sich so viele Gerüchte von Verschwörungen zuGunsten des Königs verbreitet, noch nie so viele und heftige Flugschrif-ten Weftminster umlagert. Auf der Insel Wight selbst ließ CapitänBurley, ein verabschiedeter Marine-Officier, plötzlich in den Straßenvon Newport die Trommel rühren, stellte sich an die Spitze eines zu-sammengelaufenen Haufens von Arbeitern, Weibern und Kindern, und zogaus um den König aus der Gefangenschaft zu befreien. Dieser Versuchwurde auf der Stelle vereitelt und Burley, als schuldig, daß er gegenden König in seinem Parlamente Krieg habe führen wollen,ausgehenkt. Indessen regten sich in den Grafschaften, die der Sachedes Königs bisher die meiste Abneigung gezeigt, dieselben Ge-sinnungen und Wünsche, und sogar an den Thoren des Unterhausestrieben sich verabschiedete Soldaten der Essex'schen Armee lärmend um-her, riefen:Es lebe der König!" und hielten die Wagen an, um dieVorüberfahrenden zu zwingen, mit ihnen auf seine Gesundheit zu trin-ken. Mit Unwillen sahen die Republikaner ihren Sieg auf diese Weisezerstört. Umsonst erhielten sie aus einigen Grafschaften öffentliche Glück-wunschadreffen, umsonst verkündeten die Gemeinen ihren Vorsatz, dieCivilgesetze zu verbessern und die Justizpflege minder kostspielig zu ma-chen , umsonst snspendirten sie zeitweilig in Betreff der Schulden undgerichtlichen Verfolgungen auch ihre eigenen Privilegien. Nur ihre Par-tei selbst, oder auch einige von den Vernünftigeren wünschten diese wich-tigen Verbesserungen und würdigten sie; die einen verstießen gegen dieVorurtheile des Volkes, die andern blieben aus Unwissenheit unbeachtet.