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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
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8. Buch.

Feldzug Lambert's.

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ments griffen die Lords Holland, Peterkorough und Buckingham zu denWaffen und verließen in Begleitung von ungefähr tausend Berittenendie Stadt, indem sie betheuerten, daß sie keineswegs die Absicht hätten,dem Könige die Freiheiten des Volkes aufzuopfern, sondern ihm nur seinegesetzlichen Rechte wieder verschaffen wollten. Während sie sich abernoch in der Nähe von London umhertrieben, wurden sie von demaus dem Hauptquartier gegen sie entsendeten Sir Michel Livesey un-erwartet angegriffen. Er tödtete ihnen mehrere Osficiere, unter andernden jungen Sir Francis Villiers, den Bruder des Herzogs von Bucking-ham, und verfolgte sie am nächsten Tage, durch das Regiment desObersten Scroip verstärkt, ohne Unterlaß bis in die Grafschaft Hun-tingdon, wo sie sich, selbst des Fliehens müde, nach allen Seiten hin zer-streuten und Lord Holland verwundet in den Händen des Feindes zu-rückließe». Im Osten und Süden nahm kein Versuch einen bessernAusgang. Man erhielt Nachrichten von Cromwell, welcher versprach,daß in 14 Tagen das Schloß Pembroke, das Bollwerk der westlichenInsurgenten, in seiner Macht sein würde. Im Norden behaupteteLambert, obgleich mit geringeren Kräften, wacker die Ehre und dasAnsehen des Parlaments gegen die Kavaliere Langdale's. Endlich wurdeColchester, trotz des furchtlosen Widerstandes der Belagerten, welcherdurch kein Anerbieten, durch keinen Sturm gebrochen wurden, schonvon Hungersnoth gequält und konnte sich gegen Fairfax, der vonkeiner andern Seite her etwas zu befürchten hatte, nicht lange mehrhalten.

Die von ihrem ersten Schrecken wieder zurückgekommenen Pres-byterianer begannen, sobald sie sicher waren, nicht in die Gewalt derKavaliere zu fallen, sich wieder über die Republikaner und die ArmeeSorge zu machen und aus Frieden zu sinnen. Die noch immer zahl-reichen, wenn auch weniger hochfahrenden Petitionen, welche darum ba-ten, wurden besser aufgenommen; man nahm die Verbannung der eilfMitglieder zurück und lud sie ein, wieder aus ihren Sitzen zu erscheinen.Man sprach von neuen an den König zu erlassenden Vorschlägen, dieweniger hart sein sollten, als die früheren und zeigte sich geneigt, wie-der mit ihm in Unterhandlungen zu treten, falls er vorläufig verspräche

1) alle seine Proklamationen gegen die beiden Häuser zu widerrufen,

2) ihnen auf 10 Jahre die Verfügung über die Land- und Seemacht zuüberlassen; 3) auf drei Jahre die presbyterianische Kirchenverwaltungeinzuführen. Es wurde einem Special- Comite der Auftrag ertheilt,das, was zur Erreichung des Zweckes zu thun sei, und zu welcher Zeit,an welchem Orte und unter welchen Formen die Unterhandlungen räthlichseien, zu untersuchen. Jemand fragte sogar, ob es nicht nützlich sein

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