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Schwankungen der Parteien.
8. Buch.
lordshatte er zu ihnen gesagt, „Ihr habt jetzt von mir Abschied ge.nommen und ich glaube kaum, daß wir uns je wiedersehen werden, aberGottes Wille geschehe. Ich sage ihm Dank, ich habe meinen Friedenmit ihm gemacht, ich werde ohne Furcht alles erleiden, was nach seinemRathschlusse die Menschen mit mir beginnen werden. Mylords, Ihrkönnt nicht verkennen, daß Ihr in meinem Sturz den Eurigen als schonsehr nahe bevorstehenden erblickt. Ich bitte Gott, daß er Euch bessereFreunde schicken möge, als ich gefunden habe. Ich bin vollkommen mitdem gegen mich und die Meinen angezettelten Complot bekannt undnichts betrübt mich mehr, als das Schauspiel der Leiden meines Volkesund das Vorgefühl der Uebel, welche ihm die Männer bereiten, diewährend sie stets von dem öffentlichen Wohle sprechen, sich nur darumkümmern, ihren eigenen Ehrgeiz zu befriedigen." Kaum war der Berichtder Kommissäre zu Ende, so schlugen die Presbyterianer, obgleich dieneuen Zugeständnisse des Königs von den so oft schon von ihnen ver-worfenen nur um wenig verschieden waren, den Gemeinen doch vor, siefür zufriedenstellend und zur Basis eines Friedens für geeignet zu er-klären. Der Antrag wurde sogar von Nathaniel Fiennes, dem Sohne desLord Sah und bisher einem der heftigsten Jndependentensührer, unterstützt.Die Debatte dauerte schon einige Stunden, als dem Hause Nachrichtüber ein Schreiben von Fairfax an den Communalrath zuging, worindieser ankündigte, daß sich das Heer gegen London in Marsch setze.„Die Frage, die Frage!" riefen sogleich die Jndependenten eifrig be-müht von dem ersten Schrecken Vortheil zu ziehen, aber gegen ihre Er-wartung und trotz aller ihrer Anstrengungen wurde die Debatte docham folgenden Tage fortgesetzt. Sie begann noch weit heftiger und hart-näckiger wieder in der Mitte der Bewegungen der Truppen, die von al-len Seiten einmarschirten und ihre Quartiere in St. James, in Uork-house, in allen Umgebungen des Parlaments und der City nahmen.Die Jndependenten erwarteten noch immer ihren Sieg von der Furcht.„Heute endlich," sagte Vane, „werden wir erfahren, wer unsre Freundeund wer unsre Feinde sind. Oder um deutlicher zu sprechen, wir wer-den sehen, wer in diesem Hause der Partei des Königs und wer der desVolks angehört." — „Herr Sprecher," fiel lebhaft ein Mitglied ein,dessen Name unbekannt geblieben ist, „da der Redner vor mir sich er-laubt hat, dieses Haus in zwei Parteien zu theilen, so werde ich hof-fentlich das Recht haben, ein Gleiches zu thun. Ja, Sir, es giebt hierLeute, die den Frieden wollen, und zwar Diejenigen, welche bei demKriege verloren haben, es giebt deren, die den Frieden verwerfen, undzwar Diejenigen, welche bei dem Kriege gewonnen haben. Ich erlaubemir daher vorzuschlagen, daß die Gewinnenden die Verlierenden für ihre