Band 
Dritter Band.
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Der Tempelbau.

VI. D er Temp el Pseudodipteros.

(Taf. XVI. 14. 15.)

Pseudodipteros heifst die Tempelgattung,welche an der Vorder-nnd Hinteransicht acht, und an den langen Seiten, die Ecksäulen mitge-rechnet, fünfzehn Säulen hat. Die Wände der Zelle sind aber in der Vor-der- und Hinterseite gerade über der vier mittelsten Säulen errichtet. Da-her wird der Zwischenraum zwischen den äufsern Säulen und den Wändenganz umher zwei Zwischenweiten und eine untere Säulendicke betragen.In Korn sieht man von dieser Gattung kein Muster, aber zu Magnesia denTempel der Diana von Hermogenes, und zu Alabanda den des Apollo vonMnestes erbaut.

Die Beschreibung dieser Tempelgattung kommt in Vitruv vor derdesDipteros vor, und mufs allerdings dazu gelesen werden, um die Anlagedes Dipteros gehörig zu verstehen. Wir haben diese Folge im Texte um-geändert, weil es uns sonderbar scheint, den Pseudodipteros der Beschrei-bung des Dipteros, von dem jener doch nur eine Abart ist, vorangehen zulassen. Weiterhin beschreibt Vitruv (3, 3.) den Pseudodipteros des Her.mogenes, welcher der Erfinder dieser Tempelgattung war, ausführlich *).Dieselbe entsteht, wenn man bei dem Dipteros sich die innere SäuJensteX-lung von den beiden äufseren Reihen, bestehend in 34 Säulen, hinwegdenkt.Vitruv lobt diese Gattung nicht blofs wegen der Ersparung so vieler Säu-len, sondern auch des gröfsern Baumes wegen, den man für den freien Um-gang gewinnt; und ist der Meinung, dafs das Ansehen nnd die Wirkungdes Baues dadurch nichts gegen den Dipteros einbüfse. Denn, setzt er bei,die Umflüglung, und die Säulenstellung um das Tempelhaus ist deswegenerfunden worden, damit durch das Abstechen der Schattenmassen in denZwischenweiten das Ansehen desto mehr an Wirkung gewänne, und beiplötzlichen Regen die Menge im Innern und um die Zelle her einen ge-räumigen Schutz fände.

Der einzige noch vorhandene Ruin, der zu der Gattung Pseudodi-pteros (aber mit zehn, anstatt mit acht Säulen in den Fronten) gehört zu

*) * n unserer Geschichte der Baukunst IF. p, 66. haben wir angezeigt, dafs bis zur Zeit keine Spurdieses berühmten Tempels entdeckt sey. Jetzt lernen wir mit Vergnügen aus einem eben erschie.t nenen Werke von W. M. I.eake: Journal of a tour in Jsia minor. London 1824. dafs dieRuinen des Tempels von Hamilton aufgefunden und bereit sind, von der Gesellschaft der Di-letlanti herausgegeben zu werden, zugleich mit zwei andern neu entdeckten Tempelruinen, dereine zu Sanlcs und der andere zu Apbrodisias.

Hirt, Gebäude,

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