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Dritter Band.
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VII. Abschnitt.

Die Wohngebäude.

§. I. Die Lehre der Wohngebäude bei 'den Alten gehört zu denschwierigem Aufgaben. Kein Bau ist so vielseitig, und so abänderlich.Man bedenke die unendliche Verschiedenheit, welche bei solchen Anlagennach dem Himmelstrich, nach dem Bedürfnifs, nach den Sitten und demHerkömmlichen, nach der Verschiedenheit des Reichthumes und des Stan-des, nach der Lokalität, nach dem Streben zum Bequemlichen, Grofsen undPrachtvollen in dem Gange der Zeit nothwendig eintreten mufste.

Die Ideen von Bedürfnifs und Bequemlichkeit konnten bei den ver-schiedenen Völkern und unter den verschiedenen Himmelstrichen nicht die-selben seyn und bleiben. Die verschiedenen Stufen der Bildung, die einVolk allmählig erstieg, ändern die Ansichten in solchen Beziehungen viel-fältig. Was den Vätern, bequem, anständig und selbst vornehm schien, istes für den Enkel nicht mehr. Die Bedürfnisse werden anders und mehrensich; und was dem heutigen Besitzer noch schön dünkt, ist dem Nachfol-ger gemein, und den Bequemlichkeiten, der Pracht und den Verfeinerungenwenig zusagend, die ein späteres Alter ausdachte. So steigerte die Kunstin der Anlage der Wohngebäude sich ms Unendliche.

Auf eine solche Steigerung der Wohngebäude bei den Alten habenwir in der Geschichte der Baukunst verschiedentlich aufmerksam gemacht.Nichts blieb unversucht: das Mannigfaltige, das Grofse und Prachtvolle,die kunstreiche Benutzung der Lokalität, die Stellung der Theile zu einan-der, und nach den verschiedenen Himmelsgegenden, wie ihr Gebrauch es

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