Band 
Dritter Band.
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IV". Abschnitt.

Das Amphitheater und die Naumachie.

§. i, \|enn die gymnischen und ritterlichen Spiele des Stadiumsund des Circus bei den Alten etwas Erhebendes und Begeisterndes auchnoch für den Sinn einer spätem Nachwelt haben; so stellen sich die Kämpfedes Amphitheaters und der Naumachie gleichsam in Gegensatz. Yon wel-cher Seite ein Späterer diese auch betrachtet; so vermag doch keine Vor-stellung sich auf den Standpunkt zu setzen, dafs ein gebildetes Volk, wiedie Römer waren, solche Spiele ertragen, viel weniger, dafs man dieselbenleidenschaftlich suchen konnte. Das Schauderhafte dieser blutenden Spielesetzt in einem Volke eine Nervenkraft voraus, die über den Begriff einerneuern Welt geht, und nur,Erziehung und Gewohnheit kann die Mensch-heit auf den Grad stählen, sich eine Lust aus dem Blut, und der so ge-waltsamen Zerstörung des Lebens zu machen. Bedenkt man den Faust-kampf und das Pancration bei den gymnischen, und das öftere Verungh'ik-ken bei den ritterlichen Spielen; so haben allerdings auch diese schon ge-nugsam Befremdendes. Aber der wehrlose Kampf des schwachen Menschengegen reifsende Thiere, oder die Lust am Morden von hunderten der edel-sten Thiere, oder die gezwungene oder freiwillige Gier der Menschen nachdem Blute der Andern, die sich nicht Feind sind, sondern nur der LustAnderer genügen wollen; dergleichen bleibt wahrlich schauderhaft fürdas Gefühl einer neuern Welt. Und war es etwa nur der rohe Pöbel,der an solchen Auftritten hielt? Waren es nur jene unwürdigen Häupterder spätem Römerwelt, die für solche Aufführungen den Reichthum des