III. Abschnitt.
Das Stadium, der Hippodromus und der Circus.
§. i. JL/ange vor den theatralischen und musikalischen waren diegymnastischen Spiele bei den Griechen und den damit verwandten Völkernim Gebrauch, und auch hiefür wurden eigene Plätze und Gebäude einge-richtet. Die Griechen hatten hiezu zwei Arten von Bahnen, eine kleinere,was sie das Stadium nannten, und worin die Kampfspiele ohne Beihülfe derThiere statt hatten, und eine gröfsere, was sie die Pferdebahn oder Hip-podromus hiefsen, weil allda die Wettkämpfe im Wagenlauf und zu Pferdgehalten wurden. In Rom diente bis spät für alle Arten Kampfspiele derCircus allein.
Die Einrichtung dieser Gattungen Baue kennen zu lernen, ist jetztunser Zweck. Bevor aber ist es nöthig, die Uebungen und die Spiele selbst,ihren Ursprung und ihr Alter zu berücksichtigen. Doch kann hier nichtdie Absicht seyn, ausführlich von der Gymnastik der Alten zu handeln,sondern nur so viel davon beizubringen, als erforderlich ist, um die An-lage, und die Einrichtung der hiezu nöthigen Gebäude gehörig zu verstehen.
§. 2. Körperliches Ansehen, Stärke, Gewandtheit und Muth warenron jeher bei den alten Völkern in hoher Achtung. Vor dem Starkenfurchtet und beugt sich der Uebermüthige. Bei dem Starken sucht derSchwächere Schutz. Der Starke beherrscht andere durch Kraft, Ansehen,undThaten; er ist der Fürst und Anführer. Daher überall, und vorzüglichhei den Griechen, jener Ruhm, und noch jene späte Verehrung derer,welche durch körperliches Geschick, Stärke und Gewandtheit grofseThatenpersönlich unternahmen und vollführten.
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