64
L Abschnitt ♦
nere des Thrones hineingegangen sind; denn das verbieten zu Olympia dieGeländer, welche gleich Mauern vorgezogen sind. Der Theil des Geländersder Hauptthüre gerade über hat blofs einen blauen Anstrich, die andernaber sind von Panaenus gemalt. Die Vorstellungen sind: Atlas und Her-cules, Theseus und Pirithous, Griechenland und Salamis, Hercules Besiegerdes Löwen, die Gewaltthat des Ajax an Cassandra; dann Hippodamia, dieTochter des Oenoinaus, mit der Mutter, der gebundene Prometheus mitplercules, zuletzt Penthesilea sterbend in den Armen des Achilles, und dieHesperiden. Panaenus war der Bruder des Phidias, der den Athenerndie Schlacht bei Marathon in der bunten Halle malte.
Oben auf der Thronlehne über dem Kopfe des Gottes brachte Phi dias einerseits die drei Grazien, und anderseits eben so viele Horen an. .,.Den Fufsschemmel des Gottes stützen goldene Löwen, und darauf ist dasGefecht des Theseus gegen die Amazonen gebildet.
An dem Unterbau aber, worauf die Masse des Thrones und der Sta-tue ruhet, sind noch andere Bildwerke in Gold angebracht, als: Helios, derden Wagen besteigt, Jupiter, Juno und dabei Charis ; dann Mercurius undVesta, hiernach Eros , der die aus dem Meere steigende Aphrodite empfängt,und welcher zugleich Peitho einen Kranz reicht. Ferner ist darauf gebil-det: Apollo und Diana, Minerva und Plercules, und am Ende des Unter-baues Amphitrite und Neptun, dann Luna, wie es scheint, das Pferd an-treibend. ...
Es hat zwar solche gegeben, die das Gröfsenmaafs der Statue Jupitersbestimmen, aber wie es scheint, nicht richtig, und viel geringer, als derAugenschein giebt. Nach der Erzählung bat Phidia9 den Zeus, ihm einZeichen des Beifalls über sein Werk zu geben, und plötzlich sey^ein Blitzan der Stelle gefallen, wo man mir auf dem Fuishoden als Zeichen ein er-zenes Gefäfs wies. — Der Fufsboden vorderseits der Statue ist nicht vonweifsein, sondern von schwarzem Marmor, aber umzogen von einem über-stellenden Rande aus Parischem Marmor, um das Oel aufzuhalten, das aufden schwarzen Marmor ausgegossen wird, um das Elfenbein gegen denNachtheil eines feuchten Bodens zu schützen, denn die Altis zu Olympiaist sumpfig u. s. w.“
Ich habe zu dieser Beschreibung des Thrones und der Statue desGottes weniges zu bemerken.
Die
f