104 //. Abschnitt.
erinnere sich nur an das von Ap ule jus (Met. X. p. 250.) beschriebeneMimenspiel, das Urtheil des Paris , wo der Gipfel des Berges Ida förmlichlui Baue dargestellt war, der dann am Ende des Stücks vor den Augen derZuschauer in eine Senkung sich verlor.
Räume waren ferner nöthig für die Velaria, Tücher, Vorhänge undGardinen, für die Theaterkleidungen, die Masken und so viel Anderes, waszur Garderobe des Theaterwesens gehört. Ferner waren Säle hinter derBühne nöthig, wo die Chöre, so wie die Schauspieler eingeübt wurden, undwo sie sich während des Spiels bis zur Erscheinung auf der Bühne auf-hielten. Solche Räume waren theils unterirdisch, theils in zwei bis dreiGeschossen über einander vertheilt (man vergleiche die Grundrisse undDurchschnitte auf Taf. XIX.),
§. 17. Es ist wesentlich das Decorationswesen der alten Bühnen nochnäher zu betrachten. Die Theater hatten eine stehende Zierde, wenn nichtgespielt wurde, und eine wechselnde zur Zeit der Aufführung der Spiele,
Die stehenden Zierden waren die Säulenordnungen über einander ander Fronte der Bühne mit den fünf Pforten, und dann bei dem Griechi-schen Theater insbesondere die Zierde der Unterbühne mit Säulen und Sta-tuen (vergl. Fig, 3. und Fig, 6.)» Allein diese Zierden scheinen während,der Spiele selten in Ansicht gekommen zu seyn, die der Unterbühne etwaausgenommen, obwohl auch diese nach den Umständen eine besondere De-coration erforderte. Ueberhaupt mufs man annehmen , dafs die ganze An-sicht des Bühnenraumes eine jedem Stücke entsprechende Decoration hattenDas Decorationswesen ist so alt als die Schauspielkunst. Schon Agathar-chus malte in Athen die Perspektiven zu den Stücken des Aeschylus(Vitr. 7. in praef.). Uebrigens berichtet Vitruv nur kurz über die Gat-tungen der Decorationen, natürlich da ihm als Baumeister nur die Berück-sichtigung des festen Baues oblag. Nach ihm gab es drei Gattungen vönDecorationen, wovon die eine die tragische, die andere die comische unddie dritte die satyrische benannt ward. Die Zierden sind unter sich nachden Motiven verschieden. Die tragischen Vorstellungen verlangten zur De-coration Säulen, Giebel, Statuen und alles übrige, was zur Königlichen Bau-pracht gehört; die comischen die Ansicht von Gebäuden, Stockwerken, Er-kern und Fenstern in der Form gewöhnlicher Stadtgebäude5 die satyrischenBäume, Höhlen, Berge und alles Ländliche, wie in einem Landschaft-gemälde.
Diese