Der Theaterbau.
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pitäl mache man nach 5er in dem 4. Buche gegebenen Vorschrift; auchbringe man auf dem Unterbaue, wo die Säulen aufstehen, die Erhöhungdurch ungleiche Bänkchen an, so wie im 3. Buche angegeben ist, und Ge-bälke und Kranzgesimse besorge man nach den gewöhnlichen "Vorschriften,
Den Platz Fig. 1. x aber, 'welcher in der Mitte zwischen den Säu-lenhallen unter freiem Himmel liegt, ist grün zu bepflanzen, weil freieSpaziergänge viel zur Gesundheit beitragen, und das Grün die Augen er-freuet und erfrischt. Man mufs aber dahin sehen* dafs solche Spaziergängeim Freien trocken seyen und nicht schmutzig werden. Man verfahre da-her wie folgt: man grabe die Erde in bedeutender Tiefe auf, und zurRechten und Linken der Gänge lege man überdeckte Kanäle an, und anden Seiten derselben, welche an den Spaziergängen hinlaufen, müssen klei-nere Kanäle gemauert werden in einer nach den gröfsern Abzugskanälengeneigten Richtung. Ist dies gehörig besorgt; so fülle man das Ganze mitKohlen aus, und bewerfe darüber die Gänge mit Kies, und gleiche sie ge-hörig ab. Auf diese Weise wird alles Wasser wegen der lockern Kohlen-lage, und wegen der Neigung der kleinern Kanäle nach den gröfsern Ab-zügen abgeleitet werden, und die Gänge trocken und von aller Feuchtigkeitfrei seyn. — So weit geht die Lehre Vitruv’s über den Theaterbau. Wirhaben nur noch beizufügen, wa3 wir an dem Theater zu Taormina zu be-obachten Gelegenheit hatten, nämlich den grofsen Abzugskanal, der bei Re-genszeit alles von den Abhängen des Schauplatzes nach der Orchestra ab-fliefsende Wasser aufnahm, und unter dem Bühnenbau abführte. Ein sol-cher Ableitungscanal war natürlich ein Bedürfnifs bei jedem Theaterbau.
Das bedeckte Theater oder das Odeon.
(Taf. XIX. 9. io. 11.)
§. so. Vitruv erwähnt zwar das Odeon in Athen ; er ertheilt aberkeine nähere Lehre über einen Bau dieser Art. Wahrscheinlich hielt erdies nicht für nöthig, wegen der Aehnlichkeit, die das Odeon mit demTheaterbau hatte. Auch wird das Odeon nicht selten geradezu mit demNamen Theater bezeichnet. So sagt Pausanias (1, 8.) von dem Peri-c lei sehen in Athen : „das Theater, welches sie Odeon nennen.“ Eben soheifsen bei Philostratus (in Herod. p. 549*) das Odeon der Regilla zuAthen , und das Odeon zu Corinth (cf. Paus, 2, 3.), beide von Herod esAtticus erbaut, Theater und nicht Odeon,