Band 
Dritter Band.
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11L Abschnitt.

Der Circus des Caracalla:

in der Länge 1482'; in der Breite 241'-

Der Circus Vaticanus:

in der Länge 928*; in der Breite 160'.

Diese drei Rennbahnen sind die einzigen, wovon wir noch die Maafsekennen. Mit Recht hiefs die zuerst genannte die grofse Rennbahn.; undman sieht, dafs nicht so viel der Wagenlauf hiebei den Umfang des Kampf-feldes bestimmte, als die Jagden und die Kämpfe der wilden Thiere, unddann die kriegerischen Gefechte, wo von jeder Seite Rotten bis zu 500Mann zu Fufs, eo Elephanten, und 30 Reiter gegen einander aufttaten.Auch ward dieser Kämpfe halber das Feld durch den Wasserkanal umhervergröfsert, indem die Geländer von Eisen die auf dem Podium Sitzendennicht genug schlitzten, besonders gegen die Elephanten (Suet. in Caes. c.39. cf. Plin. 8? 7) Aber nicht blofs diese neuen Kampfarten gaben An-lafs, dem grofsen Circus eine solche mächtige Ausdehnung zu geben, son-dern auch der Wunsch, eine gröfsere Anzahl Zuschauer an diesen SpielenAnlbeil nehmen zu lassen. Die ungemeine, immer xntlir zunehmende Be-völkerung Roms erforderte dies, und Julius Caesar scheint dabei die-selbe Absicht gehabt zu haben, wie in der Folge der Kaiser Trajan , der,nach der Erweiterung desselben Circus, darauf einschreiben liefs: er hättedie* gfthan, damit die Sitzplätze für das Römische Volk hinreichend seynmöchten (Dio Cass. 63. p. 774, cf. Plin. Paneg. c. 51.). Ueber die An-zahl der Zuschauer sind die Angaben nicht einstimmig. Dionysius ( 1 . c.)setzt dieselbe auf 150000; Plinius ( 1 . c.) auf 260000; und nach dem jun-gem Plinius (Paneg. 1 . c.) hätte Trajan die Sitze noch um 5000 (wennnicht, wie Lipsius mit Recht zu vermuthen scheint, quinquaginta, an-statt quinqne millia, zu lesen seyn möchte) vermehrt. Später setzt P.Victor (Reg. XI.) die Menge der Plätze auf die ungeheuere Zahl von383000: was jedoch um so mehr zu bezweifeln ist, da wir keine Kundehaben, dafs irgend ein anderer Kaiser nach Trajan eine wesentliche Ver-änderung an dem grofsen Circus vorgenommen habe, und wohl die Bevöl-kerung Roms nie bedeutend gröfser war, als gerade unter der segensvollenRegierung des genannten Kaisers. Nähme man die Zahl des Pliniusvon 260000 in der Zeit des Nero als richtig an, und würde man sich un-ter Trajan eine Vermehrung von 5000O hinzudenken; so würde sich da-mals die Zahl der Zuschauer auf 3:0000 belaufen haben. Diese Zahl wäre