Band 
Dritter Band.
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J^I. Abschnitt.

Schriften der Alten, weil die Wissenschaft gleichsam aus dem Gespräch her-vorging. Daher das Anziehende und Lebendige in den Werken Pia tosund Xenophons; und so noch in manchen der spätem Schriften einesCicero, Varro, Lucian und anderer.

Athen war vorzugsweise die Stadt, wo sich ein solcher Geist entwic-kelte, und von den verschiedenen Gymnasien allda erhielten die philosophi-schen Schulen ihre Benennungen. Die Platoniker nannten sich nach derAkademie, die Peripatetiker nach dem Lyceum , die Cyniker nach dem Cy-nosarges, und die Stoiker nach der Stoa Poecile am Markt. So wie inAthen verhielt es sich mit der Geistesbildung auch anderwärts. Anziehendin solcher Rücksicht ist die Erzählung bei Vitruv (7. in Praef.): Ari-stippus in einem Schiffbrunhe an die Küsten von Rhodus verschlagen, saham unwirthbaren Ufer im Sande geometrische Figuren gezeichnet, woraufer seinen Unglücksgefährten zurief:lafst uns hoffen ! ich sehe Spuren vonMenschen. Dann, nach der Stadt eilend, ging er geraden Weges nachdem Gymnasium, liefs sich allda über philosophische Gegenstände hören,und dies brachte ihm so viel Unterstützung, dafs er auch seinen Unglücks-gefährten behülfiich seyn konnte.

So setzte sich überall, wo Griechen lebten, die Wissenschaft in denGymnasien fest. Bei den Römern trat dies erst später ein. Wenn aberVitruv sagt: die Erbauung der Palaestren sey nicht Italischer Sitte; so istdies keinesweges von den Uebungen zu verstehen , welche bei den Römernauf dem Marsfelde im Freien von jeher statt hatten. Nur die grofsen undkostbaren Anlagen der Griechen scheinen erst später in Rom Eingang ge-funden zu haben; und dies nicht vor der Kaiserzeit, Ja, es scheint fast,dafs man einige Scheu hatte, die Uebungen auf freiem Felde und am Flussein das Bedeckte zu ziehen , und die gemächlichem Einrichtungen der Grie-chischen Palaestra in Rom einheimisch zu machen. Und es verdient be-merkt zu werden, dafs M. Agrippa , der den ersten Bau dieser Art führte,und zwar gerade in der Zeit, wo Vitruv schrieb: die Palaestra sey nichtItalischer Sitte, seine grofse und prachtvolle Anlage nicht Gymnasium oderPalaestra, sondern hauptsächlich die warmen Bäder darin berücksichtigend,Thermae nannte.

In Beziehung der baulichen Abtheilungen für die Geselligkeit undden gelehrten Umgang,\ welche mit der Palaestra verbunden zu w'erdenpflegte, lehrt Vitruv {5, 11,) folgendes.In den Palaestren sind die Säu-len-